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Fastenbrechen: Ab wann Kaffee?

Fastenbrechen ab wann Kaffee

Nach einer Heilfastenkur sollten Sie mit Kaffee warten, bis Magen und Darm wieder an feste Kost gewöhnt sind. Eine bewährte Faustregel: am Tag des Fastenbrechens noch keinen Kaffee, frühestens am zweiten, besser am dritten Aufbautag eine schwache Tasse, und zwar nach dem Frühstück, nicht auf nüchternen Magen. Beim Intervallfasten ist das anders: Schwarzer Kaffee ohne Milch und Zucker ist dort auch in der Fastenphase erlaubt und unterbricht das Fasten praktisch nicht.

Die Frage „ab wann Kaffee“ hängt also davon ab, wie Sie gefastet haben. Welche Getränke während der Fastentage passen, erklärt der Beitrag Darf man in der Fastenzeit trinken?. Hier geht es um den Wiedereinstieg.

Warum Kaffee beim Heilfasten meist pausiert

Viele Heilfasten-Programme verzichten während der Fastentage auf Kaffee. Dafür gibt es nachvollziehbare Gründe:

  • Leerer Magen: Kaffee regt die Magensäure an. Ohne Nahrung im Magen reagieren viele mit Sodbrennen, Magendruck oder Übelkeit.
  • Kreislauf und Nerven: Fastende sind oft empfindlicher. Koffein kann dann Herzklopfen, Zittern, innere Unruhe und Schlafprobleme auslösen.
  • Entzug: Wer täglich mehrere Tassen trinkt und abrupt aufhört, bekommt häufig Kopfschmerzen. Fällt das mit dem ersten Fastentag zusammen, wird der Start unnötig schwer.

Planen Sie deshalb schon in den Entlastungstagen vor dem Fasten weniger Kaffee ein und ersetzen Sie Tasse für Tasse durch Kräutertee. So sind die Entzugskopfschmerzen meist vorbei, bevor das eigentliche Fasten beginnt.

Ab wann Kaffee nach dem Fastenbrechen?

Nach dem Fasten arbeiten Magen und Darm zunächst nur langsam. Die Aufbautage dienen dazu, die Verdauung schrittweise wieder an Nahrung zu gewöhnen; nach einer Fastenwoche sind etwa drei Aufbautage üblich. Kaffee gehört nicht an den Anfang dieser Phase. Als Orientierung, kein starres Schema:

Zeitpunkt Kaffee?
Tag des Fastenbrechens Nein, weiter Kräutertee und Wasser
Zweiter Aufbautag Wenn Sie ihn vermissen, eine kleine, schwache Tasse nach dem Essen oder Getreidekaffee
Dritter Aufbautag Eine normale Tasse nach dem Frühstück, am besten mit etwas Milch
Danach Langsam zur gewohnten Menge zurück, falls Sie das wollen

Achten Sie auf Ihren Körper: Reagiert der Magen mit Brennen oder spüren Sie Herzklopfen, warten Sie noch ein, zwei Tage. Viele nutzen die Fastenzeit auch, um dauerhaft weniger Kaffee zu trinken. Wie Sie nach der Kur insgesamt wieder essen, steht im Beitrag Essen nach dem Heilfasten.

Frau in weißem Kleid läuft am Strand durch die Brandung

Kaffee beim Intervallfasten

Beim Intervallfasten, etwa nach der 16:8-Methode, gibt es kein Fastenbrechen im Sinne einer Aufbauphase. Schwarzer Kaffee hat pro Tasse nur wenige Kilokalorien und lässt den Blutzucker kaum steigen. Er ist deshalb in der Fastenphase erlaubt und hilft vielen über den Vormittag.

Anders sieht es mit Zusätzen aus. Zucker, Sirup und größere Mengen Milch liefern Energie und beenden die Fastenphase streng genommen. Ein kleiner Schuss Milch fällt für das Abnehmen kaum ins Gewicht; wer konsequent fasten will, verzichtet trotzdem darauf. Kaffee mit Butter oder Öl, sogenannter Bulletproof Coffee, bringt schnell mehrere Hundert Kilokalorien und ist eine Mahlzeit, kein Fastengetränk.

Wie viel Kaffee ist unbedenklich?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält für gesunde Erwachsene bis zu 400 Milligramm Koffein am Tag für unbedenklich, einzelne Portionen bis zu 200 Milligramm. Für Schwangere und Stillende gelten bis zu 200 Milligramm am Tag. Eine Tasse Filterkaffee (200 ml) enthält nach EFSA-Angaben rund 90 Milligramm, ein Espresso rund 80 Milligramm. Für Gesunde sind damit drei bis vier Tassen am Tag kein Problem, auch wenn Sie fasten. Nach einer Heilfastenkur empfiehlt es sich trotzdem, zunächst darunter zu bleiben.

Kaffee enthält außerdem Polyphenole wie die Chlorogensäure, die antioxidativ wirken. Welche Rolle Kaffee für die Gesundheit spielt, lesen Sie im Beitrag Kaffee ist also doch gesund. Einen besonderen Nutzen fürs Fasten belegen diese Stoffe aber nicht.

Ist koffeinfreier Kaffee beim Fastenbrechen besser?

Koffeinfreier Kaffee belastet Herz und Nerven weniger und eignet sich gut als Zwischenschritt in den Aufbautagen. Er enthält aber dieselben Röst- und Säurestoffe und kann einen empfindlichen Magen ebenfalls reizen. Ganz frei von Koffein ist er nicht, die Mengen sind jedoch gering.

Wer vorsichtig sein sollte

Wer zu Sodbrennen, Magenschleimhautentzündung oder Herzrhythmusstörungen neigt, sollte Kaffee nach dem Fasten besonders behutsam wieder einführen und bei Beschwerden die Ärztin oder den Arzt fragen. Heilfasten selbst ist nicht geeignet in Schwangerschaft und Stillzeit, für Kinder, bei Essstörungen, Untergewicht, Typ-1-Diabetes und schweren Erkrankungen. Wer Medikamente nimmt, deren Dosis beim Fasten angepasst werden muss, fastet nur in ärztlicher Begleitung, länger als fünf bis sieben Tage ohnehin nur mit ärztlicher Begleitung.

Was neben Kaffee beim Heilfasten erlaubt ist und was nicht, fasst der Beitrag Was ist beim Heilfasten erlaubt? zusammen.

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