Richtig heilfasten zu Hause können gesunde Erwachsene, wenn sie es gut vorbereiten: vorher ärztlich abklären, ob Fasten für sie geeignet ist, ein bis zwei Entlastungstage einplanen, an den Fastentagen nur Wasser, Kräutertee, etwas Gemüsebrühe und verdünnten Saft zu sich nehmen, mindestens etwa 2,5 Liter am Tag trinken und das Fasten mit Aufbautagen beenden. Ohne ärztliche Begleitung sollte ein Heilfasten zu Hause höchstens fünf bis sieben Tage dauern. Wer zum ersten Mal fastet oder länger fasten möchte, ist mit einer ärztlich geleiteten Fastengruppe oder einer Fastenklinik besser beraten.
Wer zu Hause fasten kann und wer nicht
Heilfasten zu Hause eignet sich für Erwachsene ohne ernste Vorerkrankungen, die keine Medikamente mit enger Dosierung einnehmen. Ein Gespräch in der Hausarztpraxis vorab ist sinnvoll; dort lässt sich klären, ob Blutdruck, Medikamente oder Laborwerte gegen ein Fasten sprechen.
Nicht oder nur mit ärztlicher Begleitung fasten sollten:
- Schwangere und Stillende
- Kinder und Jugendliche
- Menschen mit Essstörungen, auch in der Vorgeschichte, oder mit Untergewicht
- Menschen mit Typ-1-Diabetes oder mit Diabetes, der mit Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten behandelt wird
- Menschen, deren Medikamente beim Fasten angepasst werden müssen, etwa gegen Bluthochdruck oder zur Entwässerung
- Menschen mit Gicht, Gallensteinen oder schweren Herz-, Nieren-, Leber- oder Krebserkrankungen
Vorbereitung: Zeitraum, Umfeld, Einkauf
Wählen Sie eine ruhige Woche, am besten Urlaub oder eine Woche mit wenigen Terminen. Gerade die ersten Fastentage können anstrengend sein, ein Start am Wochenende ist daher günstig. Informieren Sie Partner, Familie oder Mitbewohner, damit niemand mit Essenseinladungen dazwischenkommt. Reduzieren Sie schon einige Tage vorher Kaffee, Alkohol und Süßes, dann fallen Entzugskopfschmerzen schwächer aus.
Auf die Einkaufsliste gehören:
- stilles Wasser und verschiedene Kräutertees
- Gemüse für die Brühe, etwa Karotten, Sellerie, Lauch und Kartoffeln
- Obst- oder Gemüsesaft ohne Zuckerzusatz
- nach Wunsch etwas Honig für den Tee
- ein Mittel zur Darmentleerung nach Absprache, etwa Glaubersalz aus der Apotheke, oder ein Einlaufset
- Äpfel für das Fastenbrechen und Zutaten für die Aufbautage
- eine Wärmflasche gegen das typische Frösteln
Der Ablauf Schritt für Schritt
Entlastungstage
Ein bis zwei Tage vor dem Fasten essen Sie leicht und pflanzenbetont: Obst, gedünstetes Gemüse, Reis, Kartoffeln oder Haferflocken. Fleisch, Fettes, Süßes und Alkohol lassen Sie weg.
Erster Fastentag
Traditionell beginnt das Heilfasten nach Buchinger mit einer Darmentleerung, meist mit Glaubersalz oder einem Einlauf. Sie soll den Einstieg erleichtern, ist aber nicht für jeden geeignet. Ab jetzt nehmen Sie keine feste Nahrung mehr zu sich.
Fastentage
Ein typischer Fastentag sieht so aus: morgens Kräutertee, nach Wunsch mit etwas Honig, mittags etwa 250 Milliliter Gemüsebrühe, nachmittags Tee, abends etwa 250 Milliliter verdünnter Saft. Dazwischen trinken Sie Wasser und Tee, insgesamt mindestens etwa 2,5 Liter. Brühe und Saft liefern Natrium, Kalium und ein wenig Energie und machen das Fasten verträglicher. Smoothies, Milch, Joghurt oder Eiweißpulver gehören nicht zum Heilfasten. Welche Tees sich eignen, lesen Sie im Beitrag Heilfasten Tee und Wasser.
Fastenbrechen und Aufbautage
Am letzten Tag brechen Sie das Fasten mit einem Apfel oder einer leichten Gemüsesuppe. Danach folgen zwei bis drei Aufbautage mit kleinen, leicht verdaulichen Mahlzeiten wie Haferbrei, Pellkartoffeln mit Kräuterquark oder Gemüse. Die Aufbautage sind ebenso wichtig wie das Fasten selbst. Einen kompakten Ablauf für ein kurzes Fasten finden Sie im Heilfasten Plan für 3 Tage.
Den Fastenalltag zu Hause gestalten
- Bewegung: Tägliche Spaziergänge an der frischen Luft tun gut und halten den Kreislauf in Gang. Auf intensiven Sport verzichten Sie.
- Ruhe: Planen Sie Pausen und ausreichend Schlaf ein. Viele Fastende schätzen eine Mittagsruhe mit Wärmflasche.
- Kreislauf: Stehen Sie morgens langsam auf. Wechselduschen oder Bürstenmassagen werden von vielen als belebend empfunden.
- Mundpflege: Ein belegter Zungenrand und Mundgeruch sind normal. Zähneputzen und Zungenreinigung helfen.
- Alltag: Büroarbeit ist meist möglich. Autofahren und Arbeiten mit Absturz- oder Verletzungsgefahr lassen Sie bei Schwindel oder Schwäche bleiben.
Wann Sie das Fasten abbrechen sollten
Hunger, Frösteln, leichte Kopfschmerzen und ein Stimmungstief am zweiten oder dritten Tag sind normal. Brechen Sie das Fasten dagegen ab und holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn Sie Herzrasen oder Herzstolpern, starken Schwindel oder Ohnmachtsgefühle, Verwirrtheit, starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, Fieber oder schmerzhafte Gelenkschwellungen bemerken. Zum Abbrechen essen Sie wie beim Fastenbrechen zuerst etwas Leichtes und bauen dann langsam auf.
Häufige Fehler beim Heilfasten zu Hause
- zu wenig trinken
- ohne Begleitung zu lange fasten
- trotz Fastens das volle Trainingsprogramm durchziehen
- das Fasten mit einer großen Mahlzeit beenden und die Aufbautage überspringen
- Heilfasten als schnelle Diät verstehen: Ein großer Teil des Gewichtsverlusts ist Wasser, das zurückkommt
- sich ein „Entgiften“ oder „Entschlacken“ versprechen, das nicht belegt ist
Heilfasten ist kein Wundermittel, aber viele Menschen erleben es als wohltuende Pause und als Anstoß für eine bewusstere Ernährung. Weitere praktische Hinweise lesen Sie in unserem Beitrag Tipps zum Heilfasten.
















