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Heilfasten: Tee und Wasser

Heilfasten Tee und Wasser

Wasser und ungesüßter Kräutertee sind die Grundlage jedes Heilfastens. Beim Heilfasten nach Buchinger trinken Sie davon mindestens etwa 2,5 Liter am Tag und ergänzen sie um Gemüsebrühe und verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte, zusammen etwa 250 Kilokalorien täglich. Ein Fasten nur mit Tee und Wasser, ganz ohne Brühe und Saft, ist strenger: Es eignet sich höchstens für ein bis zwei Tage bei gesunden Erwachsenen, länger nur mit ärztlicher Begleitung.

In diesem Beitrag geht es ausschließlich um die Getränke beim Heilfasten: wie viel, welche Sorten, was Sie meiden sollten und wie Sie einfache Fastengetränke selbst zubereiten. Welche Lebensmittel sonst noch erlaubt sind, lesen Sie im Beitrag Was ist beim Heilfasten erlaubt.

Wie viel sollten Sie beim Heilfasten trinken?

Die Leitlinie der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) nennt für das Heilfasten eine Trinkmenge von mindestens etwa 2,5 Litern kalorienfreier Flüssigkeit am Tag. Das ist deutlich mehr als die rund 1,5 Liter, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Alltag empfiehlt. Der Grund: Beim Fasten fehlt das Wasser, das sonst mit dem Essen aufgenommen wird, und der Kreislauf profitiert von einer gleichmäßigen Flüssigkeitszufuhr.

Praktisch hilft es, sich morgens eine große Kanne Tee und eine Flasche Wasser bereitzustellen und über den Tag verteilt in kleinen Schlucken zu trinken. Ein heller Urin zeigt, dass Sie genug trinken. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen kann eine andere Trinkmenge nötig sein; das klären Sie vorher ärztlich.

Welche Tees eignen sich?

Geeignet sind ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, warm oder abgekühlt. Bewährt haben sich:

  • Kamillentee: mild und gut verträglich, viele trinken ihn abends.
  • Pfefferminztee: erfrischend, kann bei Völlegefühl angenehm sein. Bei Sodbrennen besser weglassen.
  • Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee: klassisch bei Blähungen.
  • Ingwertee: wärmt, was vielen hilft, die beim Fasten häufiger frieren.
  • Rooibos und milde Früchtetees: für Abwechslung, solange sie ohne Zucker und Aromazusätze auskommen.

Kaffee, Schwarz- und Grüntee lassen viele Fastenprogramme weg. Wer sonst viel Kaffee trinkt, reduziert ihn deshalb schon einige Tage vor dem Fasten schrittweise, sonst drohen Entzugskopfschmerzen. Ob und ab wann Kaffee nach dem Fasten wieder passt, beantwortet der Beitrag Fastenbrechen: ab wann Kaffee.

Frische Aprikosen, eine davon halbiert mit Kern

Welches Wasser ist das richtige?

Leitungswasser ist in Deutschland ein gut kontrolliertes Lebensmittel und für das Fasten vollkommen ausreichend. Mineralwasser mit wenig Kohlensäure ist eine Alternative, wenn Ihnen stilles Wasser auf Dauer zu fade wird. Ein Spritzer Zitronensaft oder ein paar Gurkenscheiben im Glas bringen Geschmack, ohne nennenswert Energie zu liefern. Warmes Wasser oder Tee werden beim Fasten oft als angenehmer empfunden als eiskalte Getränke.

Gemüsebrühe und Saft: Was zum Tee und Wasser dazukommt

Beim Buchinger-Fasten gibt es neben Wasser und Tee mittags meist eine Tasse klare Gemüsebrühe und über den Tag verteilt etwa 250 Milliliter Obst- oder Gemüsesaft, verdünnt mit Wasser. Diese kleinen Mengen liefern etwas Energie, Kalium und Natrium und machen das Fasten für viele erst gut durchhaltbar. Ein Teelöffel Honig im Tee ist im klassischen Buchinger-Fasten ebenfalls üblich.

Ein reines Tee-und-Wasser-Fasten verzichtet darauf. Weil dann Mineralstoffe und jede Energiezufuhr fehlen, sind Kreislaufprobleme häufiger. Für ein erstes Fasten zu Hause ist die Variante mit Brühe und Saft deshalb die bessere Wahl. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Beitrag Richtig Heilfasten zu Hause.

Diese Getränke sind beim Heilfasten tabu

  • Alkohol: belastet den Kreislauf und die Leber und ist beim Fasten nicht vorgesehen.
  • Limonaden, Eistee, Energydrinks: enthalten Zucker oder Süßstoffe und machen das Fasten zur Diät mit Zuckerspitzen.
  • Milch, Kakao, Smoothies: zählen wegen ihres Energie- und Eiweißgehalts eher als Mahlzeit.
  • Unverdünnte Säfte in großen Mengen: liefern viel Zucker und können den Magen reizen.

Auch Nikotin passt nicht zum Fasten. Wer raucht, nutzt die Fastenzeit idealerweise für einen Rauchstopp.

Drei einfache Fastengetränke zum Selbermachen

Ingwer-Zitronen-Wasser

Ein etwa daumennagelgroßes Stück frischen Ingwer in Scheiben schneiden, mit einem Liter heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Den Saft einer viertel Zitrone dazugeben. Warm oder abgekühlt trinken.

Gurken-Limetten-Wasser

Eine halbe Salatgurke in dünne Scheiben schneiden, mit dem Saft einer Limette in eine Karaffe geben und mit einem Liter Wasser auffüllen. Eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Das Wasser schmeckt frisch und liefert kaum Energie.

Verdünnter Apfel-Karotten-Saft

Einen Apfel und eine Karotte entsaften oder fertigen Direktsaft verwenden. Etwa 100 Milliliter Saft mit der gleichen Menge Wasser mischen. Das ist eine typische Saftportion für den Nachmittag beim Buchinger-Fasten.

Kräutertees wie Kamille oder Ingwer werden oft mit gesundheitlichen Wirkungen beworben. Beim Fasten zählt vor allem, dass sie das Trinken angenehm machen. Heilversprechen oder eine „Entgiftung“ durch bestimmte Tees sind wissenschaftlich nicht belegt.

Nach dem Fasten: Trinken nicht vergessen

Auch in den Aufbautagen nach dem Fasten bleibt die Trinkmenge hoch, weil der Darm mit der wieder einsetzenden festen Nahrung genug Flüssigkeit braucht. Was in diesen Tagen auf den Teller kommt, lesen Sie im Beitrag Essen nach dem Heilfasten.

Wichtig: Heilfasten ist nur für gesunde Erwachsene gedacht. Schwangere, Stillende, Kinder, Menschen mit Essstörungen, Untergewicht, Typ-1-Diabetes oder Medikamenten mit Dosisanpassung sprechen vorher mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt.

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