Ernährung bei Lipödem Symptomen – helfen Nahrungsergänzungsmittel?

lipoedem

Betroffene, die an einem Lipödem leiden, fragen sich oft, ob ihre Gewichtszunahme mit der falschen Ernährung zusammenhängt. Bei einem Lipödem handelt es sich um eine krankhafte Zunahme des Fettgewebes, meist in Kombination mit schmerzhaften Wassereinlagerungen insbesondere in den Armen und Beinen. Die Ernährung allein ist zwar nicht die Ursache für die daraus entstehenden Gewichtsprobleme, kann aber ihren Beitrag dazu leisten, dass die damit zusammenhängenden Beschwerden gelindert werden können.

Lipödem hat nichts mit dick sein zu tun!

Patienten und Patientinnen mit einem Lipödem klagen über das scheinbar grundlose Anschwellen bestimmter Körperpartien. Meist sind die Extremitäten, also Arme und Beine betroffen. Der Grund dafür liegt allerdings nicht wie von Außenstehenden oft vermutet in falscher Ernährung und zu wenig Bewegung. Vielmehr leiden die Betroffenen an einer Erkrankung, welche die Fettverteilung in den betroffenen Regionen stört. Diese kann in verschiedenen Krankheitsbildern des Lipödems auftreten.

Dadurch wird vom Körper an bestimmten Stellen mehr Fettgewebe gebildet und gleichzeitig in das umliegende Gewebe Flüssigkeit eingelagert. Die davon betroffenen Körperstellen können je nach Patient oder Patientin variieren. Auffällig ist aber, dass die entstehenden Schwellungen immer symmetrisch ausfallen. So sind bei einigen Betroffenen die Ober- und Unterschenkel beider Beine betroffen, bei anderen hingegen lediglich die Oberarme auf beiden Seiten.

Neben dem unschönen Erscheinungsbild, welches für die Betroffenen oft auch eine starke psychische Belastung darstellen kann, leiden die Patienten und Patientinnen auch unter weiteren, oft schmerzhaften, Symptomen. So werden die betroffenen Körperstellen sehr druckempfindlich, wodurch selbst kleinsten Berührungen schnell blaue Flecke entstehen können. Dies kann soweit gehen, dass sich beispielsweise an den Beinen offene Stellen bilden, welche im schlimmsten Fall die Betroffenen in den Rollstuhl zwingen kann.

Unterschied Lipödem und Adipositas

Vor allem Außenstehende schreiben Lipödem-Patienten und Patientinnen oft eine starke Fettleibigkeit zu (Adipositas) zu. Dies ist nicht nur fachlich falsch, sondern kann für die Betroffenen auch zu einer weiteren psychischen Belastung führen. Lipödeme sind krankheitsbedingt und haben nichts mit ungesunder Ernährung oder zu wenig Bewegung zu tun!

Während sich das Übergewicht bei Lipödem-Patienten und Patientinnen vor allem an den körperlichen Extremitäten wie Armen und Beinen konzentriert, verteilt es sich bei einer diagnostizierten Adipositas über den gesamten Körper. Bei dem überwiegenden Teil der Lipödem-Betroffenen handelt es sich um Frauen. Mediziner und Forscher vermuten daher eine hormonelle Ursache für das Auftreten von Lipödemen. Darüber hinaus scheint es auch einen genetischen Aspekt für die Erkrankung zu geben.

Richtige Ernährung bei Lipödem-Symptomen – 9 wertvolle Tipps

Die eigene Ernährung ist nicht ursächlich für das Auftreten von Lipödemen. Dennoch kann eine bewusste, abwechslungsreiche und gesunde Ernährung dabei helfen, die Symptome abzumildern. Gesundes Essen sorgt dafür, dass wir besser schlafen können und uns allgemein fitter fühlen. Insbesondere Lipödem-Patienten und Patientinnen, die sich gesund und ausgewogen ernähren, leiden daher meist weniger stark unter den Auswirkungen der Erkrankung.

Außerdem kann die richtige und gesunde Ernährung dabei helfen, das eigene Gewicht zu verringern oder zumindest zu halten. So kann einer möglichen zusätzlichen Adipositas, ausgelöst durch den Lipödem-bedingten Bewegungsmangel, vorgebeugt werden. Lipödem-Betroffene können also im besonderen Maße von einer ausgewogenen und gesunden Ernährung profitieren.

Eine kurzfristige Diät ist dabei allerdings kein guter Ansatz. Setzen Sie lieber auf eine langfristig ausgerichtete Ernährungsumstellung, die Ihnen dabei hilft, einen angenehmeren Umgang mit den Symptomen und Beschwerden der Erkrankung nachhaltig zu erreichen. Eine Studie des Zentrums für Gefäßmedizin in Hamburg belegt, dass Lipödem-Patienten und Patientinnen können die eigenen Beschwerden und Schmerzen mit einer langfristigen Umstellung der Ernährung um bis zu 80 Prozent reduzieren. Dabei sollten vor allem folgende Punkte bei der Erstellung des Ernährungsplans berücksichtigt werden:

Tipp 1: Frisches Obst und Gemüse

Frisches Obst und Gemüse versorgt den Körper mit ausreichenden Mengen aller wichtigen Stoffe wie Vitaminen und Nährstoffen, Mineralien und Spurenelementen. Rund zwei Portionen Obst sowie mindestens drei Portionen Gemüse am Tag sollten dabei zu sich genommen werden. Vielfalt ist auch hierbei Trumpf.

Deshalb mischen Sie gerne verschiedene Obst- und Gemüsesorten für mehr Abwechslung und scheuen Sie sich nicht davor, auch Neues auszuprobieren. Auch mit einem entsprechenden Lipödem Nahrungsergänzungsmittel können Sie dafür sorgen, dass Ihr Körper mit allen benötigten Stoffen ausreichend versorgt wird.

Tipp 2: Gesunde Fette

Während die meistgenutzten Fette wie Butter, Margarine und Sonnenblumenöl einen eher negativen Einfluss auf den eigenen Körper haben, so sind gesunde Fette ein wahres Geschenk für den Körper. Dazu gehören beispielsweise Leinöl, Avocados sowie Samen und Nüsse.

Tipp 3: Fleisch, Wurst und Käse reduzieren

Der Konsum von Fleisch, Wurst und Käse sollte reduziert werden, da insbesondere industriell hergestellte Lebensmittel oft zu viele Zusatzstoffe sowie einen erhöhten Gehalt an ungesunden Fetten und Zucker enthalten.

Tipp 4: Wenig Salz

Salz bindet Wasser im Gewebe und kann die Wassereinlagerungen eines Lipödems daher noch weiter verschlimmern. Betroffene sollten sich daher salzarm ernähren.

Tipp 5: Regelmäßige Pausen zwischen dem Essen

Während des Essens nimmt der Körper viel Energie zu sich. Diese kann nicht sofort verbraucht werden, weshalb die überschüssige Energie in Form von Fett oder Glykogen gespeichert wird. Durch regelmäßige und ausreichend lange Pausen zwischen den Mahlzeiten wird die gespeicherte Energie aufgebraucht. Nehmen Sie zu viel Energie auf, die nicht verbraucht werden kann, wird diese in Form von Fettpölsterchen eingelagert. So sollten beispielsweise zwischen einem gesunden Frühstück und dem Mittagessen mindestens vier Stunden liegen.

Tipp 6: Achten Sie auf Ihren Blutzuckerspiegel

Wer an einem Lipödem leidet, sollte Lebensmittel vermeiden, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen können. Dazu gehören insbesondere: Limonade, Süßigkeiten und Marmelade sowie Produkte mit Weißmehl wie Brötchen, Weißbrot, Toast oder Kekse. Außerdem sollten Sie auf Fertigprodukte möglichst verzichten.

Tipp 7: Ausreichend Trinken

Im Schnitt sollten erwachsene Menschen mindestens zwei Liter am Tag trinken. Am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Auf zuckerhaltige Softdrinks sowie Säfte sollte hingegen verzichtet werden. Auch alkoholische Getränke sollten Sie nur in geringem Maße konsumieren.

Tipp 8: Ausreichend Bewegung

Auch wenn es vielen Lipödem-Betroffenen nicht leichtfällt, ausreichend Bewegung hilft Ihnen, sich in Ihrem eigenen Körper wohlzufühlen. Außerdem kann bei einem Spaziergang an der frischen Luft Stress abgebaut werden und Sie bekommen den Kopf frei.

Tipp 9: Ballaststoffreiche Ernährung

Ballaststoffreiche Nahrungsmittel wirken wie ein Turbo für die Kraftwerke der Zellen in Ihrem Körper. Außerdem sorgen sie dafür, dass das Sättigungsgefühl länger anhält. Sie sollten auch darauf achten, dass Ihr Eiweißbedarf gedeckt ist.

Fazit zur Ernährung bei Lipödem-Symptomen

Bei Lipödemen handelt es sich um eine krankheitsbedingte Fettverteilungsstörung, welche oft in Kombination mit vermehrten Wassereinlagerungen einhergeht. Für Betroffene ist vor allem der Umgang mit der chronischen Erkrankung wichtig, damit diese trotz der durch die Erkrankung entstehenden Einschränkungen und Belastungen ihre Lebensqualität bewahren können.

Neben der medizinischen Behandlung des Lipödems gehören dazu auch die richtige Ernährung und ausreichend Bewegung. Zwar hilft beides nicht direkt dabei, die Krankheit aufzuhalten oder zu bekämpfen, allerdings können durch eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit Bewegung die Symptome und Schmerzen abgemildert werden. Zudem lässt sich das Risiko weiterer Folgeerkrankungen wie einer erhöhten Gewichtszunahme oder einer Diabetes-Erkrankung verringern.

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