Fastenwandern verbindet ein Heilfasten nach Buchinger mit täglichen Wanderungen in der Gruppe. Sie verzichten einige Tage auf feste Nahrung, trinken Wasser, Kräutertee, Gemüsebrühe und verdünnten Saft und gehen jeden Tag mehrere Stunden in gemäßigtem Tempo. Meist dauert eine Fastenwanderwoche sieben Tage inklusive Entlastungs- und Aufbautag und wird von ausgebildeten Fastenleiterinnen und Fastenleitern begleitet. Geeignet ist das nur für gesunde Erwachsene mit normaler Grundfitness.
Wer das Fasten nicht allein zu Hause, sondern unterwegs und in Gesellschaft erleben möchte, findet im Fastenwandern eine beliebte Alternative. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie eine Fastenwanderwoche abläuft, für wen sie passt, worauf Sie bei der Auswahl achten und welche anderen Formen es gibt, Fasten mit Bewegung oder Erholung zu verbinden.
Wie läuft eine Fastenwanderwoche ab?
Ein typisches Angebot beginnt mit einem Anreise- und Entlastungstag mit leichter Kost. Danach folgen in der Regel fünf Fastentage, an denen die Gruppe täglich wandert. Am letzten Tag wird gemeinsam das Fasten gebrochen, meist mit einem gedünsteten Apfel, und der erste Aufbautag beginnt.
Der Tag hat einen festen Rhythmus: morgens Tee, dann die Wanderung mit Pausen und ausreichend Wasser im Rucksack, mittags oder nach der Rückkehr eine Gemüsebrühe, nachmittags Saft und Ruhe, abends Tee und oft ein Gespräch in der Runde. Die Strecken sind so gewählt, dass auch Ungeübte gut mitkommen. Höhenmeter und Tempo bleiben moderat, denn mit wenig Energiezufuhr ermüdet der Körper schneller.
Was spricht für das Fastenwandern?
Bewegung und Fasten ergänzen sich in mehreren Punkten:
- Kreislauf: Regelmäßiges Gehen hilft gegen das Frösteln und die Kreislaufschwäche, die viele beim Fasten spüren.
- Muskeln: Wer sich bewegt, verliert beim Fasten tendenziell weniger Muskelmasse als jemand, der nur ruht.
- Ablenkung: Landschaft und Gespräche lenken vom Essen ab. Viele empfinden den Hunger unterwegs als geringer.
- Gemeinschaft und Begleitung: Die Fastenleitung kennt typische Beschwerden und kann einschätzen, wann jemand eine Pause oder einen Abbruch braucht.
Was Fastenwandern nicht kann: Es entgiftet oder entschlackt den Körper nicht, und es ist kein Abnehmprogramm. Der Gewichtsverlust in einer Fastenwoche besteht zu einem großen Teil aus Wasser und Darminhalt. Viele Teilnehmende nehmen vor allem die Erfahrung mit nach Hause, dass sie mit wenig auskommen, und den Anstoß, im Alltag mehr zu gehen.
Für wen ist Fastenwandern geeignet?
Fastenwandern passt zu gesunden Erwachsenen, die einige Stunden am Stück gehen können. Nicht geeignet ist es in Schwangerschaft und Stillzeit, für Kinder, bei Essstörungen, Untergewicht, Typ-1-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen schweren Erkrankungen. Wer Medikamente nimmt, deren Dosis vom Essen abhängt, oder Gelenkprobleme hat, spricht vorher mit der Hausärztin oder dem Hausarzt. Gute Veranstalter fragen den Gesundheitszustand vor der Anmeldung ab.
Worauf Sie bei der Auswahl eines Angebots achten sollten
- Qualifikation der Leitung: Fragen Sie nach einer Ausbildung als Fastenleiterin oder Fastenleiter und danach, ob im Notfall ärztliche Hilfe erreichbar ist.
- Gruppengröße und Strecken: Kleine Gruppen und beschriebene Tagesetappen mit Abkürzungsmöglichkeit sind ein gutes Zeichen.
- Unterkunft: Ein ruhiges Haus mit Rückzugsmöglichkeit, Sauna oder Wärmeanwendungen erleichtert die Fastentage.
- Keine Heilversprechen: Seriöse Anbieter versprechen keine Heilung von Krankheiten, keine „Entgiftung“ und keine festen Kilozahlen.
- Kosten: Klären Sie, was Unterkunft, Fastengetränke, Leitung und Transfers umfasst.
Wo wird Fastenwandern angeboten?
Angebote gibt es in vielen Mittelgebirgen und Voralpenregionen. Beliebt sind zum Beispiel die Eifel mit ihren sanften Hügeln und Maaren, der Schwarzwald mit Wald- und Höhenwegen, das Allgäu mit Wegen zwischen Seen und Bergen sowie die Schweiz. Für das Fastenwandern zählt weniger die berühmte Landschaft als eine Region mit abwechslungsreichen, nicht zu steilen Wegen und kurzen Anfahrtswegen zum Start der Etappen. Wer nicht weit reisen möchte, findet oft auch regionale Wochenendangebote.
Praktische Tipps für unterwegs
- Trinken: Nehmen Sie mindestens einen Liter Wasser oder Tee pro Etappe mit und trinken Sie regelmäßig, auch ohne Durst. Über den ganzen Tag sollten es mindestens etwa 2,5 Liter sein.
- Tempo: Gehen Sie so, dass Sie sich noch gut unterhalten können. Bei Schwindel setzen Sie sich hin und trinken etwas Saft.
- Kleidung: Mehrere dünne Schichten, eine Regenjacke, Mütze und Handschuhe auch im Frühjahr, denn beim Fasten friert man schneller. Dazu eingelaufene Wanderschuhe.
- Notfallration: Ein Päckchen Traubenzucker oder ein kleiner Saft im Rucksack hilft, falls der Kreislauf schwächelt.
Und mehr: Weitere Formen, Fasten zu begleiten
Neben dem Fastenwandern gibt es weitere Angebote, die das Fasten mit Bewegung oder Erholung verbinden. Beim Fasten mit Yoga oder Meditation stehen ruhige Übungen und Entspannung im Mittelpunkt. Fastenwochen in Klöstern oder Bildungshäusern verbinden das Fasten mit Stille und Gesprächen. Für längere Fastenzeiten oder Menschen mit Vorerkrankungen sind Fastenkliniken mit ärztlicher Betreuung der richtige Ort. Wer lieber milder fastet, kann ein Wanderangebot mit Basenfasten wählen, bei dem Obst, Gemüse und Kartoffeln erlaubt sind.
Welche Fastenformen es insgesamt gibt, zeigt der Beitrag Fasten Methode. Wenn Sie zunächst lieber zu Hause beginnen, finden Sie im Beitrag Richtig Heilfasten zu Hause eine Anleitung. Grundsätzliches zum Ablauf erklärt Wie geht Fasten richtig.


