Permakultur für einen pflegeleichten und natürlichen Garten

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Ein Garten bedeutet nicht nur Freizeit und Erholung. Wer einen wundervollen Platz haben möchte, der muss auch eine Menge Arbeit und vor allem Zeit investieren. Die Pflege und der Anbau sind nicht so einfach, wie man sich das vorstellt.

Wer sich für einen Garten im Sinne der Permakultur entscheidet, der hat einen respektvollen Umgang mit der Natur. Denn hier geht es darum, die idealen Bedingungen für die Pflanzen, den Menschen und das Tier zu schaffen.

Es wird ein gut funktionierendes Ökosystem geschaffen, welches nicht nur im Sinne der Natur ist. Auch die Zeit und der Arbeitsaufwand auf das Jahr gesehen wird deutlich minimiert. Es ist eine Win-Win-Situation für jeden.

Was versteht man unter Permakultur?

Das Wort Permakultur lässt sich von zwei englischen Begriffen ableiten. Zum einen das Wort „permanent“, was mit Nachhaltigkeit verbunden wird. Zum anderen „agriculture“, was Landwirtschaft bedeutet.

Bei der Permakultur handelt es sich also um eine nachhaltige Landwirtschaft im eigenen Garten. Das muss jedoch nicht nur auf den Anbau von Obst und Gemüse ausgelegt werden. Auch die vielen verschiedenen Pflanzen können nachdem Prinzip wachsen und gedeihen.

Grundlegend soll mit möglichst wenig Aufwand und Material der größtmögliche Nutzen erzielt werden. Außerdem geht es dabei um Wiederverwertung und hiermit im Sinne der Natur und Umwelt zu handeln.

Geprägt wird das Konzept dabei von drei Grundlagen. Es geht um Achtsamkeit, einen naturnahen Kreislauf und den respektvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Dazu sollte man sich mit den drei Fakten in Bezug auf die Natur auseinandersetzen.

Lässt man der Natur seinen Lauf, dann entwickelt diese automatisch ein gut funktionierendes Ökosystem. Nachhaltig, multifunktional und vernetzt sind die Pflanzen unter sich und bilden so eine eigene Permakultur.

Möchte man nun also diese Permakultur in seinem eigenen Garten umsetzen, dann muss man die Natur erst einmal verstehen und sich mit den unterschiedlichen Pflanzen auseinandersetzen. Planung ist der erste Schritt zu einem erfolgreichen Ökosystem zu Hause.

Permakultur im eigenen Garten anlegen

Hat man erst mal die Grundprinzipien der Permakultur verinnerlicht und das Konzept hinter diesem System verstanden, dann kann man sich seinen eigenen kleinen Permakultur-Garten anlegen.

Die Planung kann dabei ganz individuell verlaufen. Es gibt keine strikten Vorgaben, solange man sich an die Kernpunkte der Permakultur hält. Im Grunde braucht man nur einen kleinen Leitfaden und kann dann seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Die Planung des Aufbaus der Permakultur im Garten

Wer sich schon mal einen Permakultur-Garten angesehen hat, der wird sich fragen, warum eine Planung so wichtig ist. Denn ein naturnaher Garten sieht auf den ersten Blick sehr chaotisch und wenig strukturiert aus.

Damit das kleine Ökosystem jedoch funktionieren kann, ist die Planung die Grundlage und der Schlüssel zum Erfolg. Ansonsten wird die Permakultur nicht funktionieren und der Garten sieht nicht sehr schön aus.

Bei der Planung sollte man außerdem auf die Langfristigkeit achten. Solch ein System entsteht nicht von heute auf morgen. Die Pflanzen brauchen Zeit, denn nur mit Geduld kann sich alles perfekt entwickeln und vernetzen.

Die Artenvielfalt und die Fruchtreihenfolge sind zum Beispiel zwei wichtige Punkte, die auf jeden Fall beachtet werden müssen. Hier kann man sein Augenmerk auf regionale Früchte und alte Sorten richten.

Welche Obst- und Gemüsesorten oder auch welche Kräuter es später im Garten geben soll, ist also die erste Entscheidung, die getroffen werden muss. Dann geht es an die Planung der Struktur.

Die Anordnung und die Größe der Beete spielen dabei eine wichtige Rolle. Für die Planung sollte man sich an folgende Stichpunkte halten:

  • Welche Pflanzen und auch welche Tiere sind in einem natürlichen Ökosystem vorhanden? Hierbei auch Pflanzen und Kräuter berücksichtigen, die sehr oft als Unkraut bezeichnet werden.
  • Eine Mischung aus Sonne, Schatten und Halbschatten schaffen. Entsprechend dieser Zone werden die Pflanzen angeordnet, da jede andere Bedürfnisse in Bezug auf den Lichteinfall hat.
  • Ist der Garten eben oder gibt es hier kleine Hügel oder sogar ein Gefälle? So müssen die Pflanzen entsprechend der Größe angeordnet werden.
  • Der Wind spielt ebenfalls eine Rolle bei der Planung. Zonen mit wenig Wind eignen sich für manche Pflanzen besser als ein ständiger Zug.

Die unterschiedlichen Zonen im Garten

Der gesamte Garten wird in insgesamt 6 Zonen unterteilt. Diese sind rund bzw. ringförmig angeordnet. In der Mitte befindet sich der Kern und damit die Zone 0. Hier liegen das Haus und die Terrasse.

In der ersten Zone sind die Pflanzen, die eine intensive Pflege benötigen. Dazu zählen zum Beispiel Kräuter für die Küche. Alles was jeden Tag Wasser benötigt, kommt in diese Zone. In der zweiten Zone findet sich das Gemüse wieder.

Die dritte Zone bietet Platz für Obstbäume, Landwirtschaft oder auch Tierhaltung. Eine gelegentliche Pflege reicht aus. Die minimale Pflege ist in Zone 4 zu finden. Bäume und das Lagern von Feuerholz wären nur eine Idee für dieses Gebiet.

Die letzte Zone ist die Naturzone. Hier muss man sich um nichts kümmern und lässt der Natur ihren Lauf. Die Wildnis bietet hier einen Platz für zahlreiche Tiere und auch einen Ruheraum für den Menschen.

Mischkulturen und Fruchtreihenfolge beachten

Bei der Permakultur wird nicht nur eine feste Frucht in einem bestimmten Bereich angebaut. Vielmehr geht es darum, viele verschiedene Pflanzen in einem Gebiet zu pflanzen. Die Mischkultur ist wichtig für das Ökosystem.

Die Pflanzen sollten dabei so kombiniert werden, dass sie sich nicht die Nährstoffe gegenseitig nehmen, sondern sie sollten sich sinnvoll unterstützen. Mischkulturen sind zudem widerstandsfähiger.

Krankheiten an den Pflanzen oder auch Schädlinge werden hier kaum zu finden sein. Durch die entsprechende Fruchtreihenfolge und die Artenvielfalt entsteht ein geschlossener natürlicher Kreislauf, der über Jahre hinweg funktioniert.

Möchte man zum Beispiel besonders duftende Pflanzen im Garten haben, dann sind Möhren, Dill oder Zwiebeln die perfekten Nachbarn. Auf diese Weise kann man Schädlinge effektiv vom Bestand fernhalten.

Schnittlauch kann zum Beispiel in Verbindung mit Kapuzinerkresse gepflanzt werden. Die Läuse mögen den Schnittlauch nicht und lassen auch die Kresse in Ruhe. Auf diese Weise kann man nach und nach vorgehen und immer die perfekten Pflanznachbarn finden.

Fazit

Geeignete Beispiele von Permakulturgärten gibt es Weltweit. Wer einmal auf solch einem arbeiten möchte, der kann Workaway z.B. nutzen. Wir selbst haben uns Dio Pigadia in Pylos, Griechenland angeschaut. Dies war ein wunderbarer Aufenthalt – mehr Bilder auf Instagram.

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