Die Mundgesundheit von multimorbiden, Pflegebedürftigen Menschen ist eng verknüpft mit ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und ihrer Lebensqualität. Eine integrierte, interdisziplinäre Versorgung, bei der Zahnmedizin, Pflege, Hausärzt*innen und weitere Fachbereiche eng zusammenarbeiten, ist dafür entscheidend. Ohne koordinierte Ansätze bleiben Defizite in der Mundhygiene bestehen und das Risiko für Komplikationen steigt.
Warum eine integrierte Versorgung entscheidend ist
Eine isolierte Betrachtung einzelner Gesundheitsaspekte ist unzureichend. Orale Erkrankungen werden von allgemeinen Erkrankungen, Medikation, Ernährungsgewohnheiten sowie funktionellen und kognitiven Einschränkungen beeinflusst. Gleichzeitig können orale Probleme wie Xerostomie, Prothesenbeschwerden oder Parodontitis die Ernährung, das Immunsystem und das allgemeine Wohlbefinden negativ beeinflussen. Nur durch eine enge medizinisch-interdisziplinäre Kommunikation können diese Wechselwirkungen frühzeitig erkannt und adäquat behandelt werden.
Große Defizite bei der Mundhygiene in Pflegeeinrichtungen
Studien zeigen, dass mehr als 70 % der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen Schwierigkeiten mit der Mundhygiene haben (Studie 2022). Diese Zahl verdeutlicht das Ausmaß der Problematik und unterstreicht die Notwendigkeit einer koordinierten Versorgung.
Eine umfassende Untersuchung hat ergeben, dass über 70 % der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen Schwierigkeiten mit der Mundhygiene haben (Studie 2022). Dies steht in direktem Zusammenhang mit der Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit, um die Mundgesundheit zu verbessern und mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass ein strukturierter interdisziplinärer Ansatz die Mundgesundheit bei pflegebedürftigen Menschen um bis zu 40 % verbessern kann (Studie 2025). Eine enge Kooperation zwischen Zahnmedizinern, Pflegekräften und anderen Gesundheitsberufen erweist sich als erfolgsversprechend in der Behandlung von Parodontitis und anderen oralen Erkrankungen.
Statistik zur Mundgesundheit in Pflegeeinrichtungen
- Metric: Anteil der Pflegebedürftigen mit Mundhygieneproblemen
- Wert: 70 %
- Jahr: 2022
- Quelle: S1 – Zahnmedizinische Versorgung in Altenpflegeeinrichtungen, Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin
Professionelle Zahnreinigung – Sinnvoll und notwendig
Die professionelle Zahnreinigung (PZR) ist für Pflegebedürftige besonders empfehlenswert. Sie sollte mindestens einmal pro Halbjahr erfolgen, wobei die genaue Frequenz vom individuellen Mundgesundheitszustand und Risikofaktoren abhängt. Zu den relevanten Risikofaktoren zählen chronische Allgemeinerkrankungen, Polypharmazie, Xerostomie, kognitive Einschränkungen und funktionelle Veränderungen. Für Menschen mit anerkanntem Pflegegrad sind im Rahmen von § 22a SGB V präventive Leistungen definiert, die halbjährlich abgerechnet werden können.
- Mundgesundheitsstatus erfassen
- Individuellen Mundgesundheitsplan erstellen
- Aufklärung und Entfernung harter Zahnbeläge
- Durchführung in Praxis, aufsuchend in Pflegeeinrichtungen oder im häuslichen Umfeld
Erfolgreiche Beispiele interdisziplinärer Versorgung
Eine kürzlich veröffentlichte klinische Studie (2025) zeigt, dass interdisziplinäre Ansätze bei der Behandlung von Parodontitis in Pflegeeinrichtungen die Mundgesundheit um 40 % verbessern können. Die Studie belegt, dass ein strukturierter Ansatz – bestehend aus regelmäßiger professioneller Mundhygiene, gezielter parodontaler Therapie und enger Abstimmung mit Pflege- und Hausärzt*innen – zu messbaren Verbesserungen führt.
Studienergebnis zur Wirksamkeit
- Metric: Verbesserung der Mundgesundheit
- Wert: 40 %
- Jahr: 2025
- Quelle: S2 – Interdisziplinäre Ansätze in der zahnmedizinischen Versorgung, Journal of Gerodontology
Wie interdisziplinäre Teams zusammenarbeiten
- Zahnärzt*innen – Diagnose, Therapieplanung, Durchführung von PZR und parodontalen Maßnahmen
- Pflegefachkräfte – tägliche Mundhygieneroutinen, Umsetzung der Anweisungen des Zahnarztes
- Hausärzt*innen – Überwachung von Medikation, Erkennung von Nebenwirkungen wie Xerostomie
- Logopäd*innen – Unterstützung bei Dysphagie und Schluckstörungen
- Geriatrische Fachärzte – Gesamtbewertung des Gesundheitszustands und Integration in Frührehabilitationsprogramme
Herausforderungen und Gegenargumente
Ein kritischer Punkt ist die Variabilität in der Umsetzung interdisziplinärer Ansätze. Die Wirksamkeit hängt stark von der Qualität der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen ab. Ohne klare Verantwortlichkeiten und standardisierte Prozesse können die potenziellen Vorteile nicht vollständig realisiert werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie oft sollte eine professionelle Zahnreinigung bei Pflegebedürftigen erfolgen?Mindestens einmal pro Halbjahr, je nach Mundgesundheitszustand und individuellen Risikofaktoren.
Fazit
Die vorliegenden Daten verdeutlichen, dass Defizite in der Mundhygiene bei Pflegebedürftigen weit verbreitet sind und dass interdisziplinäre Zusammenarbeit eine zentrale Rolle bei deren Behebung spielt. Statistiken aus den Jahren 2022 und 2025 belegen sowohl das Ausmaß der Probleme als auch das Verbesserungspotenzial durch koordinierte Versorgungsmodelle. Trotz bestehender Herausforderungen – insbesondere der Umsetzungskonsistenz – zeigen Studien, dass ein strukturierter, interprofessioneller Ansatz die Mundgesundheit signifikant steigern kann. Für die Lebensqualität und das allgemeine Wohlbefinden pflegebedürftiger Menschen ist daher eine enge Kooperation zwischen Zahnmedizin, Pflege, Hausärzt*innen und weiteren Fachdisziplinen unverzichtbar.
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