CBD, Rauchen und Hanf

Cannabis-Legalisierung – Was gilt und wie Cannabis helfen kann

Über viele Jahre wurde in Deutschland über die Legalisierung von Cannabis diskutiert. Seit dem 1. April 2024 ist sie in Teilen Realität: Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) erlaubt Erwachsenen den Besitz und Eigenanbau in festen Grenzen.

Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene ab 18 Jahren unterwegs bis zu 25 g Cannabis besitzen, zu Hause bis zu 50 g und drei Pflanzen. Seit dem 1. Juli 2024 gibt es Anbauvereinigungen, die Cannabis an ihre Mitglieder weitergeben dürfen. Einen Verkauf in lizenzierten Geschäften gibt es nicht. Das Gesetz wird bis 2028 wissenschaftlich ausgewertet. Die Wirkung im Bereich der Medizin ist dabei ein eigenes Thema mit eigenen Regeln.

Es ist wenig umstritten, dass Cannabis in vielen Bereichen helfen kann. Jedoch darf man dabei niemals außer Acht lassen, dass die berauschenden Inhaltsstoffe gerade bei jungen Erwachsenen und Kindern großen Schaden verursachen können.

Deshalb setzt das Gesetz strenge Richtlinien und feste Grenzen. So ist der Konsum in unmittelbarer Gegenwart von unter 18-Jährigen verboten, ebenso in Sichtweite von Schulen, Spielplätzen und Kinder- und Jugendeinrichtungen. In Fußgängerzonen ist er zwischen 7 und 20 Uhr untersagt.

In unserem Blogartikel zum Cannabis-Boom haben wir weitere Informationen für Sie bereitgestellt.

Wobei kann Cannabis helfen?

cannabis plantage

Grundsätzlich gibt es keine allgemeingültige Aussage, wie das zum Beispiel bei Kopfschmerztabletten der Fall ist. Cannabis hat einen sehr guten Ruf in der Schmerztherapie. Das bedeutet jedoch nicht, dass es auch immer bei jeder Art von Schmerz zum Einsatz kommt.

Es wird in jeden Fall individuell entschieden und das immer in Absprache zwischen Arzt und Patient. Häufig wird Cannabis auf Rezept erst eingesetzt, wenn andere Therapien nicht ausreichend geholfen haben.

Schwerkranke können sich bereits seit März 2017 Cannabis verschreiben lassen und das Rezept in Apotheken wie Grüne Blüte einlösen. Seit dem 1. April 2024 ist medizinisches Cannabis im Medizinal-Cannabisgesetz geregelt und wird auf normalem (E-)Rezept verordnet.

Ist nicht absehbar, dass sich der schwere Krankheitsverlauf und die Symptome deutlich mildern und verbessern in Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis, dann ist der Arzt angehalten, von dieser Methode abzusehen.

Außerdem müssen unterschiedliche Ansätze der Therapie im Laufe der Krankheit bereits ausprobiert worden sein. Die Pflanze ist also niemals die erste Wahl, sondern viel mehr die letzte Möglichkeit, dem Betroffenen zu helfen.

Daran hat die Legalisierung nichts geändert. Bei der Kassenleistung wurden die Regeln sogar enger: Seit dem 30. Juli 2026 zahlen die gesetzlichen Kassen keine Cannabisblüten mehr, Extrakte und Fertigarzneimittel bleiben erstattungsfähig. Die Erstversorgung läuft über einen sechsmonatigen Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel. Andere Methoden der Behandlung werden also weiterhin zuerst geprüft.

Es gibt Beschwerden, bei denen Cannabis helfen kann. Dazu zählen zum Beispiel chronische Schmerzen und bestimmte Formen der Epilepsie. Bei Krebs heilt Cannabis nicht, kann aber Begleitbeschwerden lindern: Gerade im Zuge der Chemotherapie treten Übelkeit und Erbrechen auf, die sich mildern lassen.

Bei Krankheiten wie ADHS, Schlafstörungen, dem Tourettesyndrom und auch bei Angststörungen kann medizinische Cannabis auch hilfreich sein. Allerdings sollte der Arzt hier behutsam vorgehen. Weitere Informationen, wie Cannabis helfen kann, erfahren Sie in der verlinkten Patienteninformation.

Die verschriebene Menge und auch die Dosierung müssen engmaschig kontrolliert werden. Nur auf diese Weise kann garantiert werden, dass der Wirkstoff nicht das Gegenteilige bewirkt, sondern hilft, wo er helfen soll.

Es gibt jedoch auch Krankheiten, bei denen keinerlei Wirkung der Pflanze zu spüren ist. Bei Depressionen, Psychosen, Demenz und Darmerkrankungen ist ein Nutzen nicht belegt.

Und wie ist es mit Übergewicht? Kann Cannabis beim Abnehmen helfen?

Die Bedenken bei der Legalisierung von Cannabis

cannabis medizin

Marihuana zählt häufig als Einstiegsdroge. Die Bedenken waren groß, dass mit der legalen Beschaffung auch der Konsum drastisch ansteigen würde. Deshalb begleitet eine wissenschaftliche Auswertung das Gesetz, Zwischenberichte erschienen 2025 und 2026, der Abschluss ist bis 2028 geplant.

Umgesetzt wurde ein Modell ohne kommerziellen Handel. Die Weitergabe nur an Erwachsene erfolgt über Anbauvereinigungen mit höchstens 500 Mitgliedern: höchstens 25 g am Tag und 50 g im Monat, für 18- bis 20-Jährige höchstens 30 g im Monat mit maximal 10 Prozent THC. Ein Versand ist nicht erlaubt. Daneben bleibt der Eigenanbau mit bis zu drei Pflanzen. Ob und wo Sie Hanfstecklinge kaufen dürfen, sollten Sie vorher prüfen, denn der Bezug von Vermehrungsmaterial ist im Gesetz eng geregelt.

Wie sich der Konsum entwickelt, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Prognosen sind schwer, da die Häufigkeit, die Dosis und vor allem auch der Wirkstoffgehalt sehr variabel sind.

Nimmt man andere Länder als Vergleich, dann sieht man einen minimalen Anstieg direkt nach der Legalisierung und dann eine Stagnation der Zahlen. Aber auch hier kommt es wieder auf unterschiedliche Faktoren an.

Für schwerkranke Menschen hat die Legalisierung beim Konsum von Cannabis als Medizin vor allem eines verändert: Es ist kein Betäubungsmittel mehr, und das Rezept ist ein normales (E-)Rezept.

Die Hürden sind aber nicht weggefallen: Seit dem 30. Juli 2026 zahlen die gesetzlichen Kassen keine Cannabisblüten mehr, die Erstversorgung läuft über einen sechsmonatigen Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel. Weitere Einschränkungen bei Online-Verschreibung und Versand liegen als Gesetzentwurf im Bundestag (Stand September 2026). Eine Therapie beginnt deshalb weiterhin mit einem ausführlichen ärztlichen Gespräch.

Noch immer gilt es manchen als verrufen, wenn man seine Therapie erklärt. Selbst dann, wenn es sich um verschriebenes medizinisches Cannabis handelt. Schnell findet man sich in einer Schublade mit Kiffern wieder.

Trotz der medizinischen Notwendigkeit gibt es viele Menschen, die sich nicht auf eine Therapie mit Cannabis einlassen möchten. Sie haben Bedenken in Bezug auf ihr soziales Umfeld und das Ansehen.

Die Legalisierung kann helfen, dieses Bild zu ändern. Bei anderen verschriebenen Medikamenten machen sich die wenigsten Patienten Gedanken um ihr soziales Leben. Das Ansehen ist selbst bei schwerkranken Menschen sehr wichtig.

Die Krankheit sorgt bereits dafür, dass man ausgegrenzt wird. Das bisschen Dazugehörigkeit möchte man also nicht auch noch durch Substanzen verbauen, die als Medizin nur über ein Rezept zu bekommen sind.

CBD sorgte bereits für Aufregung

smoke

CBD ist ebenfalls ein Inhaltsstoff, der sich in der Cannabispflanze befindet. Anders als Marihuana zum Rauchen wirkt CBD jedoch nicht berauschend. Aus diesem Grund wird es bereits seit vielen Jahren verkauft, etwa als Kosmetik. Als Lebensmittel ist CBD in der EU allerdings bisher nicht zugelassen. Zu einem weiteren Cannabinoid lesen Sie mehr im Beitrag CBG – Das Muttercannabinoid.

Zu Beginn war die Skepsis auch bei diesem Produkt sehr hoch. Es handelt sich ja um ein und dieselbe Pflanze, aus der die unterschiedlichen Produkte gewonnen werden. Die Zweifel daran, dass hier keine Drogen enthalten sind, waren berechtigt.

Mittlerweile sind diese Bedenken und Zweifel jedoch nahezu ausgelöscht. Die meisten Menschen haben den Vorteil von CBD erkannt und nutzen es, um besser schlafen zu können und die Kopfschmerzen zu mildern. Was bei einem Rezept für CBD Öl zu beachten ist, lesen Sie im Beitrag CBD Öl auf Rezept: was gibt es zu beachten.

Achten Sie beim Kauf auf geprüfte Qualität und seriöse Händler mit Laboranalysen statt auf unbekannte Anbieter ohne Nachweise.

Auch bei Cannabis soll die Legalisierung die Qualität verbessern. Natürlich sind hier die berauschenden Stoffe enthalten und man sollte auf keinen Fall die Wirkung unterschätzen. Für Anbauvereinigungen gelten deshalb strenge Vorgaben.

Bekommt man sein Marihuana auf legalem Wege, etwa aus dem Eigenanbau oder einer Anbauvereinigung, muss man nicht mehr auf minderwertige Produkte vom Schwarzmarkt zurückgreifen. Der Verkauf auf der Straße soll auf diese Weise eingedämmt werden.

Alles in allem kann die Legalisierung von Cannabis Vorteile für viele Bereiche bringen. Ob sie die Ziele erreicht, zeigt die wissenschaftliche Auswertung bis 2028. Für medizinisches Cannabis bleibt die ärztliche Begleitung entscheidend, und die gesamte Organisation der Versorgung ist im Wandel (Stand Oktober 2026).

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