Fastenmethoden im Überblick

Eine Schüssel Salat mit verschiedenen Früchten und Gemüse auf einem Holztisch. Die gesunde Essensvariante ist perfekt für alle, die ihren Stoffwechsel ankurbeln möchten.

Die gängigen Fastenmethoden sind das Heilfasten nach Buchinger, das Intervallfasten mit Varianten wie 16:8 und 5:2, einzelne Fastentage, das Saftfasten, die F.-X.-Mayr-Kur und das Scheinfasten. Basenfasten heißt zwar so, ist aber eine Ernährungsform ohne echten Nahrungsverzicht. Für Einsteiger ohne Vorerkrankungen eignen sich Intervallfasten oder ein einzelner Fastentag; wer eine bewusste Auszeit sucht, wählt eine kurze Heilfastenkur. Mehrtägiges reines Wasserfasten und Trockenfasten ohne Essen und Trinken sind ohne ärztliche Aufsicht nicht zu empfehlen.

Keine Methode ist pauschal die beste. Entscheidend sind Ihr Ziel, Ihr Alltag und Ihre Gesundheit. Dieser Beitrag hilft bei der Auswahl. Ausführliche Beschreibungen einzelner Formen finden Sie im Beitrag Fasten: Welche Fastenarten gibt es?.

Die Fastenmethoden im Vergleich

Methode So funktioniert es Typische Dauer
Heilfasten nach Buchinger Keine feste Nahrung; Wasser, Kräutertee, Gemüsebrühe, verdünnte Säfte, etwas Honig, insgesamt meist höchstens etwa 500 kcal am Tag 3 bis 7 Tage plus Entlastungs- und Aufbautage, länger nur ärztlich begleitet
Intervallfasten 16:8 Täglich 16 Stunden Pause, Mahlzeiten in einem 8-Stunden-Fenster Dauerhaft möglich
5:2 An 2 Tagen pro Woche nur etwa 500 bis 600 kcal, an 5 Tagen normal Dauerhaft möglich
Fastentag Ein Tag pro Woche oder Monat nur Getränke 24 bis 36 Stunden
Saftfasten Frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte, dazu Wasser und Tee 1 bis 5 Tage
F.-X.-Mayr-Kur Sehr kleine, besonders gründlich gekaute Mahlzeiten, klassisch altbackene Semmel mit Milch, heute oft basische Suppen und Gemüse 1 bis 3 Wochen, meist in Kurhäusern
Scheinfasten Stark reduzierte, überwiegend pflanzliche Kost mit etwa 700 bis 1.100 kcal am Tag Meist 5 Tage
Basenfasten Nur Obst, Gemüse, Kräuter, Nüsse und Sprossen, kein echter Verzicht auf Nahrung 1 bis 2 Wochen

Eine Sonderform ist das Fasten mit Honig, bei dem Honig als Energiequelle in Getränken dient. Was es damit auf sich hat, beschreibt der Beitrag Honig fasten: wie lange?.

Welche Methode passt zu Ihnen?

Sie wollen dauerhaft abnehmen

Am besten geeignet sind Methoden, die Sie lange durchhalten: Intervallfasten oder 5:2. Beim Abnehmen sind sie nach bisherigen Studien nicht wirksamer als eine gleichmäßig etwas kleinere Kost, manchen fällt die feste Struktur aber leichter. Eine Heilfastenkur bringt schnell Kilos auf die Waage, die zum großen Teil Wasser sind; ohne Umstellung danach kommen sie zurück.

Sie suchen eine Auszeit

Wer bewusst innehalten möchte, ist beim Heilfasten richtig. Sinnvoll sind ruhige Tage, am besten Urlaub oder eine Fastenwoche in einer Gruppe. Für Einsteiger reichen drei Tage; eine Anleitung dafür finden Sie im Beitrag 3 Tage Heilfasten: Anleitung. Wie eine Kur in den eigenen vier Wänden gelingt, beschreibt der Beitrag Richtig Heilfasten zu Hause.

Sie wollen es erst einmal ausprobieren

Ein einzelner Fastentag oder eine Woche mit 12 bis 14 Stunden Pause über Nacht zeigt, wie Ihr Körper auf Verzicht reagiert, ohne den Alltag umzukrempeln.

Sie möchten weniger streng vorgehen

Basenfasten oder eine Woche mit leichter, pflanzenbetonter Kost sind eine Option. Die oft genannte Begründung, der Körper müsse „entsäuert“ werden, ist wissenschaftlich nicht belegt. Gesund ist an diesen Formen vor allem der hohe Anteil an Gemüse und Obst.

Holztisch mit Salatschüssel und Schälchen mit Gemüse und Obst

Methoden, von denen abzuraten ist

  • Trockenfasten: Verzicht auf Essen und Trinken über mehr als einen Tag ist gefährlich, weil schnell Flüssigkeitsmangel mit Kreislauf- und Nierenproblemen droht. Ausnahmen sind religiöse Fasttage mit festen Grenzen.
  • Mehrtägiges reines Wasserfasten: Ohne Brühe und Saft fehlen Salze und etwas Energie. Über ein bis zwei Tage hinaus gehört das unter ärztliche Aufsicht.
  • Fastenkuren mit Abnehmversprechen: Angebote, die viele Kilos in kurzer Zeit oder eine „Entgiftung“ versprechen, halten nicht, was sie versprechen.

Was für alle Methoden gilt

Gleich welche Methode Sie wählen: Trinken Sie ausreichend, beim Heilfasten mindestens etwa 2,5 Liter am Tag. Bereiten Sie längeres Fasten mit Entlastungstagen vor und lassen Sie Aufbautage folgen. Rechnen Sie in den ersten Tagen mit Hunger, Kopfschmerzen oder Frieren. Wie der Darm auf die verschiedenen Formen reagiert, erklärt der Beitrag Fasten und Verdauung. Wie Sie eine Kur Schritt für Schritt aufbauen, lesen Sie im Beitrag Wie geht Fasten richtig?.

Fasten über ein bis zwei Tage hinaus ist nur für Gesunde gedacht, länger als fünf bis sieben Tage nur mit ärztlicher Begleitung. Nicht geeignet sind alle Methoden mit deutlichem Verzicht in Schwangerschaft und Stillzeit, für Kinder, bei Essstörungen, Untergewicht und Typ-1-Diabetes. Wer Medikamente nimmt, deren Dosis beim Fasten angepasst werden muss, etwa gegen Bluthochdruck oder Diabetes, oder an einer schweren Erkrankung leidet, wählt die Methode gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.