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Glaubersalz-Kur: Anleitung

Glaubersalz Kur Anleitung

Eine „Glaubersalz-Kur“ ist beim Fasten keine Anwendung über Wochen, sondern in der Regel eine einmalige Darmentleerung am ersten Fastentag: Sie lösen morgens die in der Packungsbeilage angegebene Menge Glaubersalz in Wasser auf, trinken die Lösung zügig, trinken danach reichlich nach und bleiben in Reichweite einer Toilette, denn innerhalb weniger Stunden setzt meist durchfallartiger Stuhlgang ein. Glaubersalz ist ein Abführmittel, kein Entgiftungsmittel. Menschen mit Herz-, Nieren- oder Darmerkrankungen, Schwangere und Stillende sollten es nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.

Was ist Glaubersalz?

Glaubersalz ist Natriumsulfat, genauer die wasserhaltige Form Natriumsulfat-Decahydrat. Benannt ist es nach dem Apotheker und Chemiker Johann Rudolf Glauber, der es im 17. Jahrhundert beschrieb. Sie bekommen es als Arzneimittel in der Apotheke, meist als Pulver oder in Kristallform.

Glaubersalz wirkt osmotisch: Es wird im Darm kaum aufgenommen und hält dort Wasser fest. Der Darminhalt wird dadurch flüssiger und umfangreicher, der Darm entleert sich. Verwechseln Sie es nicht mit Bittersalz (Magnesiumsulfat), das ähnlich wirkt, aber andere Gegenanzeigen hat, und nicht mit Kochsalz.

Warum wird Glaubersalz beim Fasten eingesetzt?

Die Darmentleerung zu Beginn gehört zur Tradition des Heilfastens nach Buchinger. Sie soll den Einstieg erleichtern, weil sich ein leerer Darm weniger meldet und das Hungergefühl bei vielen Fastenden schneller nachlässt. Gut untersucht ist dieser Nutzen nicht. Manche Fastenärztinnen und Fastenärzte verzichten bei kurzen Fastenformen ganz darauf oder setzen sanftere Methoden ein. Eine Wirkung als „Entgiftung“ oder „Entschlackung“ ist nicht belegt: Stoffwechselprodukte baut der Körper über Leber und Nieren ab, nicht über ein Abführmittel. Wie Glaubersalz in den Fastenablauf passt, beschreibt der Beitrag Glaubersalz beim fasten.

Anleitung: So wenden Sie Glaubersalz an

  1. Vorher klären: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke, wenn Sie Medikamente einnehmen oder eine Vorerkrankung haben.
  2. Zeitpunkt wählen: Am besten morgens am ersten Fastentag, nüchtern und an einem Tag, an dem Sie zu Hause bleiben können.
  3. Dosis abmessen: Halten Sie sich genau an die Packungsbeilage Ihres Produkts und an die Angaben Ihrer Fastenbegleitung. Abmessen statt schätzen, und nie nach dem Motto „mehr hilft mehr“.
  4. Auflösen und trinken: Lösen Sie das Salz in der angegebenen Menge lauwarmem Wasser auf. Die Lösung schmeckt bitter und salzig. Zügig trinken hilft, ein Schluck Zitronensaft oder Pfefferminztee danach nimmt den Geschmack.
  5. Nachtrinken: Trinken Sie in den folgenden Stunden reichlich Wasser oder Kräutertee. Am Fastentag sollten es insgesamt mindestens etwa 2,5 Liter sein.
  6. Ruhe einplanen: Die Wirkung setzt meist innerhalb weniger Stunden ein und führt zu mehreren Stuhlgängen. Legen Sie in dieser Zeit keine Termine.
  7. Einmalig anwenden: Beim Heilfasten genügt die Gabe zu Beginn. Wird während eines längeren Fastens eine weitere Darmentleerung gewünscht, sind sanftere Methoden wie ein Einlauf üblich, möglichst nach Absprache mit der Fastenbegleitung.

Wie häufig der Darm während des Fastens überhaupt entleert werden muss, lesen Sie im Beitrag Wie oft Darmentleerung beim Fasten.

Glänzende rote Johannisbeeren dicht an dicht in der Nahaufnahme

Warum keine Kur über mehrere Wochen?

Ältere Anleitungen empfehlen, Glaubersalz über Wochen täglich oder mehrmals pro Woche einzunehmen. Davon ist abzuraten. Wiederholtes Abführen entzieht dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe wie Natrium und Kalium, belastet den Kreislauf und kann dazu führen, dass sich der Darm an Abführmittel gewöhnt. Abführmittel werden zudem bei Essstörungen missbräuchlich eingesetzt; wer sie regelmäßig zum Abnehmen nutzt, sollte das ernst nehmen und sich Hilfe holen.

Auch Glaubersalzbäder sind keine sinnvolle Alternative. Über die Haut wird kaum etwas aufgenommen, und eine „Entgiftung“ über die Haut ist nicht belegt. Ein warmes Bad kann entspannen, dafür braucht es aber kein Salz.

Welche Nebenwirkungen hat Glaubersalz?

Neben dem gewollten Durchfall sind folgende Beschwerden möglich:

  • Bauchkrämpfe, Übelkeit und Blähungen, vor allem wenn die Lösung sehr konzentriert ist
  • Flüssigkeitsverlust mit Durst, Schwindel und niedrigem Blutdruck
  • Störungen des Mineralstoffhaushalts, die Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen begünstigen können
  • zusätzliche Natriumbelastung, ungünstig bei Bluthochdruck und Herzschwäche
  • schlechtere Aufnahme von Medikamenten, weil der Darminhalt schneller durchläuft. Das betrifft auch die Antibabypille, deren Schutz bei starkem Durchfall unsicher sein kann.

Bei starkem Schwindel, Herzrasen, Verwirrtheit oder anhaltenden Bauchschmerzen holen Sie ärztliche Hilfe, bei Bewusstlosigkeit rufen Sie den Notruf 112.

Wer Glaubersalz nicht ohne ärztliche Rücksprache nehmen sollte

  • Menschen mit Herzschwäche, Bluthochdruck oder einer ärztlich verordneten salzarmen Ernährung
  • Menschen mit Nierenerkrankungen
  • Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen, Verdacht auf Darmverschluss, unklaren Bauchschmerzen oder einer akuten Magen-Darm-Infektion
  • Schwangere und Stillende sowie Kinder
  • Menschen mit Essstörungen
  • Menschen, die entwässernde Mittel, Herzmedikamente, Diabetesmedikamente oder andere Arzneimittel mit enger Dosierung einnehmen

Sanftere Alternativen

Glaubersalz ist nicht der einzige Weg in ein Heilfasten. Ein Einlauf mit lauwarmem Wasser wirkt nur auf den Enddarm und belastet den Mineralstoffhaushalt weniger. Bittersalz wirkt ähnlich wie Glaubersalz, ist aber bei Nierenerkrankungen ebenfalls ungeeignet. Viele Fastende kommen auch gut zurecht, wenn sie an den Entlastungstagen ballaststoffreich essen, etwa mit Gemüse, Obst und Haferflocken, und ausreichend trinken. Bei einem einzelnen Fastentag ist eine Darmentleerung ohnehin nicht nötig. Mehr dazu im Beitrag Darm Reinigung durch fasten.

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