Umweltgifte und deren Konsequenz auf unsere Gesundheit

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Der Mensch kommt im Alltag mit vielen Schadstoffen aus der Umwelt in Berührung, meist in sehr kleinen Mengen. Beim Trinkwasser ist Deutschland gut aufgestellt: Die Trinkwasserverordnung legt Grenzwerte für Stoffe wie Blei, Cadmium, Nitrat und Pflanzenschutzmittel fest, die Wasserversorger regelmäßig überwachen. Problematisch können alte Bleileitungen in Gebäuden sein, die nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung inzwischen ausgetauscht werden müssen. Im Grundwasser finden sich regional Rückstände von Dünger und Pflanzenschutzmitteln.

Auch die Luft enthält Schadstoffe, vor allem Feinstaub und Stickstoffdioxid aus Verkehr, Industrie, Heizungen und Landwirtschaft. Tabakrauch belastet die Luft in Innenräumen stark. Die Weltgesundheitsorganisation zählt Luftverschmutzung zu den größten umweltbedingten Gesundheitsrisiken, weil sie Atemwegs- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann.

In Lebensmitteln können unerwünschte Stoffe vorkommen, etwa Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Schwermetalle wie Cadmium und Blei oder Stoffe, die beim starken Erhitzen entstehen. Davon zu unterscheiden sind Zusatzstoffe wie Konservierungs- oder Farbstoffe: Sie sind in der EU zugelassen, geprüft und auf der Zutatenliste zu erkennen. Zucker ist kein Schadstoff, sollte aber nur in Maßen gegessen werden. Für Rückstände und Kontaminanten gelten Höchstgehalte, die von der amtlichen Lebensmittelüberwachung kontrolliert werden.

Auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Kosmetika, Reinigungsmittel, Farben oder Kunststoffe können bedenkliche Stoffe enthalten. In der EU sind viele davon verboten oder beschränkt, zum Beispiel der Duftstoff Lilial in Kosmetik seit März 2022. Wer Produkte sparsam und nach Anleitung verwendet und beim Putzen lüftet, senkt die eigene Belastung.

Zusammenhang: Umweltgifte und chronische Krankheiten

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Abbildung: Akute Beschwerden nach verdorbenen oder belasteten Lebensmitteln. Bildquelle: svtdesign / Shutterstock.com

Chronische Erkrankungen wie Arthrose, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs sind in Industrieländern häufige Todes- und Krankheitsursachen. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Menschen heute deutlich älter werden als vor 100 Jahren, und das Risiko für viele dieser Krankheiten steigt mit dem Alter. Hinzu kommen Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkohol und unausgewogene Ernährung.

Umweltschadstoffe spielen ebenfalls eine Rolle, etwa Feinstaub für Herz und Lunge oder bestimmte Stoffe, die als krebserregend eingestuft sind. Ihr Anteil lässt sich aber für den Einzelnen kaum beziffern. Chronische Krankheiten haben fast immer mehrere Ursachen, und viele davon lassen sich durch den eigenen Lebensstil beeinflussen. Wie Krankheiten im Körper entstehen, lesen Sie im Beitrag Die Krankheitsmechanismen des Körpers.

Lester Brown, Gründer des Worldwatch Institute, sagte dazu, dass die größte Bedrohung der Menschheit in der Zukunft nicht militärische Aggression sei, sondern die Zerstörung der Umwelt auf unserem Planeten.

Studien zeigen, dass bestimmte Umweltschadstoffe bei entsprechender Belastung negative Wirkungen haben können, je nach Stoff und Menge zum Beispiel:

  • Reizungen und Erkrankungen der Atemwege
  • Störungen des Hormonsystems
  • Schäden an Nieren und Nervensystem
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Beeinträchtigungen von Fruchtbarkeit und Entwicklung
  • Krebs

Wie der Körper mit Schadstoffen umgeht

landleben

Ganz vermeiden lassen sich Schadstoffe nicht. Sie können Ihre Belastung aber senken: nicht rauchen und Rauch meiden, abwechslungsreich essen statt immer dieselben Lebensmittel, Obst und Gemüse waschen, Innenräume regelmäßig lüften und Haushaltschemikalien sparsam einsetzen. Leitungswasser müssen Sie in Deutschland in der Regel nicht abkochen. Wenn Sie in einem Altbau wohnen, können Sie beim Vermieter oder Wasserversorger nachfragen, ob noch Bleileitungen vorhanden sind.

Für den Abbau und die Ausscheidung von Fremdstoffen sind vor allem Leber und Nieren zuständig, unterstützt von Darm, Lunge und Haut. Sie verarbeiten auch die Stoffe, die im eigenen Stoffwechsel anfallen. Bei gesunden Menschen arbeiten diese Organe ständig und brauchen dafür keine speziellen Kuren.

Manche Stoffe, etwa Blei, Cadmium oder Quecksilber, werden nur langsam ausgeschieden und können sich im Körper anreichern. Hier hilft vor allem, die Aufnahme zu vermeiden.

Herkunft und mögliche Wirkungen von Metallen aus der Umwelt

Metall Herkunft Mögliche Wirkungen bei hoher Belastung
Aluminium Natürlich in Lebensmitteln und Trinkwasser, Lebensmittelverpackungen und Kochgeschirr, Kosmetik, manche Arzneimittel Bei hoher Aufnahme mögliche Wirkungen auf Nervensystem und Knochen, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion
Cadmium Zigarettenrauch, Batterien, Farbpigmente, Phosphatdünger, manche Lebensmittel wie Innereien, Getreide und Ölsaaten Nierenschäden, Knochenschäden, als krebserregend eingestuft
Chrom (sechswertig) Galvanik, Lederherstellung, Industrie Haut- und Atemwegsreizungen, Allergien, als krebserregend eingestuft
Blei Alte Bleileitungen im Trinkwassernetz, früher verbleites Benzin, alte Farben, Löttechnik Blutbildungsstörungen, Nerven-, Nieren- und Fortpflanzungsstörungen, bei Kindern Entwicklungsstörungen
Quecksilber Raubfische wie Thunfisch oder Schwertfisch, Industrie, früher Thermometer und Energiesparlampen Schäden am Nervensystem, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Nierenschäden

Wann eine Schadstoffbelastung gefährlich wird

Entscheidend ist die Menge: Ob ein Stoff schadet, hängt davon ab, wie viel davon wie lange in den Körper gelangt. Die Grenzwerte für Trinkwasser, Lebensmittel und Verbraucherprodukte sind so festgelegt, dass bei üblicher Belastung kein gesundheitliches Risiko zu erwarten ist. Wer seine Belastung senken will, setzt am besten bei der Lebensweise an. Angebote für regelmäßige Entgiftungen, etwa mit Detox-Tees, Basenpulvern oder Fußbädern, können dagegen keine nachgewiesene Ausleitung von Schadstoffen vorweisen.

Welche Beschwerden auf eine Vergiftung hindeuten können

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In Ratgebern zur „Entgiftung“ werden oft lange Listen genannt, die von Müdigkeit und Hautproblemen über Depressionen bis zu Diabetes, Multipler Sklerose und Krebs reichen. Solche Beschwerden und Krankheiten haben viele verschiedene Ursachen. Sie als Zeichen einer allgemeinen „Giftbelastung“ zu deuten, ist nicht belegt und kann dazu führen, dass eine behandelbare Erkrankung übersehen wird.

Eine echte Vergiftung äußert sich je nach Stoff unterschiedlich. Ärztlich abklären lassen sollten Sie zum Beispiel:

  • Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall nach dem Kontakt mit Chemikalien oder dem Verzehr verdächtiger Lebensmittel
  • Kopfschmerzen, Schwindel oder Atembeschwerden nach dem Umgang mit Lösemitteln, Reinigern oder Abgasen
  • Anhaltende Müdigkeit, Blutarmut oder Bauchschmerzen bei bekannter Belastung, etwa durch Bleileitungen oder am Arbeitsplatz
  • Hautausschläge oder Reizungen nach dem Kontakt mit bestimmten Stoffen

Bei akuten Vergiftungen, auch bei Kindern, erreichen Sie rund um die Uhr den Giftnotruf Ihres Bundeslandes. Bei Bewusstseinsstörungen, Atemnot oder Krämpfen rufen Sie sofort den Notruf 112. Ob eine chronische Belastung vorliegt, lässt sich nur durch gezielte Untersuchungen in der Arztpraxis feststellen, nicht durch Selbsttests oder Symptomlisten.

Was „Entgiftung“ leisten kann und was nicht

Medizinisch bedeutet Entgiftung die Behandlung einer konkreten Vergiftung oder eines Entzugs, etwa mit Gegenmitteln oder in einer Klinik. Kuren, die versprechen, über Jahre „festgesetzte“ Gifte aus dem Körper zu lösen, können das nicht belegen und heilen keine Krankheiten. Was Leber und Nieren tatsächlich unterstützt, ist unspektakulär: wenig Alkohol, nicht rauchen, ausreichend trinken, abwechslungsreich essen und sich regelmäßig bewegen.