Die Mundgesundheit von Kinder und Jugendlichen ist in Deutschland in den letzten Jahrzehnten insgesamt deutlich besser geworden. Dennoch zeigt die aktuelle Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6), dass die Krankheitslast stark polarisiert ist: Während ein großer Teil der jungen Bevölkerung kariesfrei bleibt, sind etwa ein Fünftel der Kinder von Karies betroffen. Gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien und aus Haushalten mit niedrigerem Bildungsniveau tragen ein überproportionales Risiko. Die Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland, die den PraxisAward Prävention auslobt, richtet ihr Augenmerk genau auf diese Ungleichheiten und fordert gezielte Präventionsprojekte.
Kariespolarisation bei Kindern in Deutschland
Nach den Ergebnissen der DMS 6 sind rund 80 % der Kinder im Jahr 2022 kariesfrei. Das bedeutet, dass etwa 20 % der Kinder von Karies betroffen sind – ein Anteil, der als „Kariespolarisation“ bezeichnet wird. Diese Konzentration der Krankheitslast auf eine vergleichsweise kleine Gruppe ist ein zentrales Argument für die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen.
Die Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) hat gezeigt, dass etwa 80 % der Kinder in Deutschland kariesfrei sind, jedoch ist der Kariesbefall bei etwa 20 % der Kinder besonders hoch. Insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien treten mit signifikant höheren Kariesraten auf, was die Dringlichkeit der Kleinen bringt (DMS 6, 2022). Faktoren wie das Bildungsniveau der Eltern spielen eine entscheidende Rolle in der Mundgesundheit von Kindern. Kinder aus Familien mit niedrigem Bildungsstand zeigen eine Kariesprävalenz von bis zu 35 % (DMS 6, 2021). Solche statistischen Daten belegen, wie wichtig präventive Maßnahmen sind, die speziell auf diese vulnerable Gruppe abzielen.
Soziale Ungleichheit und erhöhte Kariesrisiken
Studien belegen, dass das Bildungsniveau der Eltern wesentlich die Mundgesundheit von Kindern beeinflusst. Kinder aus Haushalten mit niedrigerem Bildungsgrad zeigen signifikant höhere Kariesraten. Konkret liegt die Kariesprävalenz bei Kindern aus bildungsbenachteiligten Familien bei 35 % im Jahr 2021 (Quelle S2). Dieser Wert verdeutlicht, dass sozioökonomische Faktoren nicht nur den Zugang zu zahnärztlicher Versorgung, sondern auch die tägliche Zahnpflege und Ernährungsgewohnheiten stark prägen.
Die Gründe für das erhöhte Risiko sind vielfältig: geringere Gesundheitskompetenz, weniger Zugang zu präventiven Angeboten, ungünstigere Ernährungsgewohnheiten und ein insgesamt niedrigeres Bewusstsein für Mundhygiene. Diese Faktoren führen zu einem höheren Auftreten von frühkindlicher Karies und unbehandelten oralen Erkrankungen.
Einfluss des Bildungsniveaus der Eltern auf die Mundgesundheit
Der Zusammenhang zwischen dem Bildungsstand der Eltern und der Zahngesundheit ihrer Kinder ist durch mehrere Studien belegt. Kinder aus Familien mit niedrigem Bildungsniveau weisen nicht nur eine höhere Kariesprävalenz auf, sondern auch ein höheres Risiko für unbehandelte Zahnprobleme im späteren Leben. Die Daten aus der DMS 6 (2021) zeigen, dass 35 % der Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien von Karies betroffen sind. Dieser Befund unterstreicht die Notwendigkeit, Bildungsansätze in die Gesundheitsförderung zu integrieren, um langfristig die Mundgesundheit zu verbessern.
PraxisAward Prävention – Förderung innovativer Projekte
Seit 2024 wird der Preis unter dem Namen „PraxisAward Prävention“ vergeben. Er wird alle zwei Jahre von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und CP Gaba ausgerufen und zeichnet innovative Präventionsprojekte aus, die sich im sozialen Spannungsfeld bewegen. Im Jahr 2026 lautet das Thema „Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen im sozialen Spannungsfeld“. Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden.
Wie wird der PraxisAward Prävention vergeben?
- Der Award wird alle zwei Jahre verliehen.
- Er richtet sich an innovative Projekte, die präventive Maßnahmen für Kinder und Jugendliche in benachteiligten sozialen Kontexten entwickeln.
- Die Vergabe erfolgt durch ein Gremium der BZÄK und CP Gaba, das die Projektideen nach Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und Innovationsgrad bewertet.
Herausforderungen bei der Erreichbarkeit benachteiligter Gruppen
Ein wesentlicher Risikofaktor für die Wirksamkeit der Initiative ist die mögliche Schwierigkeit, sozial benachteiligte Familien für präventive Programme zu gewinnen. Diese Herausforderung kann die Effektivität der Maßnahmen gefährden, weil ein niedriger Zugang zu Informationen und Angeboten die Teilnahmequote mindern könnte.
Wichtige Kennzahlen auf einen Blick
- Anteil kariesfreier Kinder (2022): 80 % (Quelle S1)
- Kariesprävalenz bei Kindern (2021): 35 % bei bildungsbenachteiligten Familien (Quelle S2)
- Kariespolarisation: etwa 20 % der Kinder sind von Karies betroffen
FAQ zum PraxisAward Prävention
Frage: Wie wird der PraxisAward Prävention vergeben?
Antwort: Der Award wird alle zwei Jahre für innovative Projekte zur Mundgesundheit in sozialen Spannungsfeldern vergeben.
Fazit
Die Daten der Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) zeigen eindeutig, dass soziale Ungleichheiten die Mundgesundheit von Kindern stark beeinflussen. Während 80 % der Kinder kariesfrei sind, tragen etwa 20 % die Hauptlast der Karies, wobei Kinder aus sozial benachteiligten und bildungsarmen Familien besonders stark betroffen sind (bis zu 35 % Prävalenz). Die Initiative für eine mundgesunde Zukunft und der PraxisAward Prävention bieten gezielte Anreize, um innovative Präventionsprojekte zu fördern, die diese Ungleichheiten adressieren. Gleichzeitig gilt es, die Zugangsbarrieren zu überwinden, um die Wirksamkeit der Maßnahmen sicherzustellen. Nur durch gezielte, evidenzbasierte Prävention kann die Kariespolarisation langfristig reduziert und die Mundgesundheit aller Kinder in Deutschland nachhaltig verbessert werden.
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