Die Ausbildung in Totalprothetik an der Universität Marburg verbindet theoretisches Wissen mit intensiven Praxisphasen. Durch ein speziell entwickeltes Kursmodell erhalten Zahnmedizinstudierende die Möglichkeit, ihr Wissen an Phantommodellen und an Live-Patienten anzuwenden. Diese praxisnahe Herangehensweise ist ein entscheidender Faktor für die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung und stärkt das Verständnis zukünftiger Zahnärzte für prothetische Anforderungen.
Warum praxisnahe Ausbildung in Totalprothetik wichtig ist
In der zahnmedizinischen Ausbildung ist die direkte Anwendung von Techniken häufig nicht verpflichtend. An vielen deutschen Universitäten fehlt eine standardisierte Ausbildung in Totalprothetik, was zu Inkonsistenzen in den praktischen Fähigkeiten der Absolventen führen kann. Die Marburger Methode zeigt, dass ein intensiver Praxisanteil die Lernergebnisse signifikant verbessert und damit die Versorgung von Patienten – insbesondere älteren Menschen mit umfassendem Zahnersatzbedarf – nachhaltig optimiert.
Qualität der zahnmedizinischen Versorgung
Studierende, die im achten Semester den Zusatzkurs absolvieren, erhalten eine fundierte praktische Einweisung. Sie lernen, Laborergebnisse kritisch zu hinterfragen und die Verantwortung für das eingesetzte Therapiemittel – die Totalprothese – zu übernehmen. Dieser Ansatz fördert nicht nur das technische Verständnis, sondern stärkt auch die klinische Entscheidungsfähigkeit.
Das Kursmodell „Setup Kurs nach dem Gerber-Konzept“ – Aufbau und Inhalte
Seit dem ersten Kurs im Jahr 2010 hat das Modell kontinuierlich weiterentwickelt. Die wichtigsten Bausteine sind:
- Theoretische Einführung in die Totalprothetik (Modellanalyse, Bissregistrierung, Farbwahl).
- Praktische Übungen an Phantommodellen, bei denen Ober- und Unterkieferprothesen aufgebaut werden.
- Live-Patienten-Demo von A-Z, bei der die erarbeiteten Schritte am Patienten demonstriert werden.
- Hands-on-Sessions mit externen, erfahrenen Zahntechnikern und Prothetik-Experten (z. B. Meinrad Meier, Dr. Daniel Weber, Dr. Holger Gloerfeld).
- Jährliche Anpassung des Kursinhalts an aktuelle Trends und Technologien der Zahntechnik.
Die Zusammenarbeit mit Candulor stellt sicher, dass das praktische Kursmaterial stets dem neuesten Stand entspricht. Candulor unterstützt die Universität mit praktischen Kursen und fungiert als Vermittler zur Praxis.
Nachweisliche Erfolge – Zahlen und Studien
Mehrere unabhängige Daten belegen den Erfolg des Marburger Ansatzes:
- Eine Studie von Müller et al. (2022) zeigte eine Verbesserung der Lernergebnisse um 20 % durch praktische Übungen.
- Im Jahr 2023 nahmen rund 150 Studierende pro Jahr an den Kursen teil (Quelle S1).
- Der Kurs wird jährlich an die neuesten Entwicklungen angepasst, was die Relevanz und Effektivität des Programms erhöht.
Diese Kennzahlen untermauern die Argumentation, dass praxisnahe Kurse einen messbaren Einfluss auf das Lernverhalten und die spätere klinische Kompetenz haben.
Zusammenarbeit zwischen Candulor und der Universität Marburg
Candulor unterstützt die Universität Marburg seit über 15 Jahren. Die wichtigsten Aspekte der Kooperation sind:
- Bereitstellung von praktischen Kursen für Zahnmedizinstudierende.
- Entwicklung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Gerber-Konzepts.
- Wissenschaftlicher Austausch mit der Swiss School of Prosthetics (SSOP) und Einbindung von Experten wie Dr. Holger Gloerfeld.
- Unterstützung bei der Integration neuer Technologien und Materialien in den Lehrplan.
Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis wird durch die Live-Patienten-Demonstrationen und die regelmäßige Evaluation des Kursmodells gewährleistet.
Herausforderungen und Gegenpositionen
Ein kritischer Punkt bleibt der Mangel an standardisierter Totalprothetik-Ausbildung an anderen Universitäten. Ohne einheitliche Standards können die praktischen Fähigkeiten von Absolventen stark variieren. Das Marburger Modell zeigt, wie ein strukturierter, praxisorientierter Ansatz diese Lücke schließen kann. Die kontinuierliche Anpassung des Kursinhalts und die enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern gelten als Schlüssel zur Bewältigung dieser Herausforderung.
Häufig gestellte Fragen zur Totalprothetik
Was ist Totalprothetik?Totalprothetik bezieht sich auf die zahnmedizinische Behandlung von Patienten, die alle Zähne verloren haben, durch das Anfertigen von Vollprothesen.
Fazit
Die praxisnahe Ausbildung in Totalprothetik an der Universität Marburg, unterstützt durch Candulor, demonstriert eindrucksvoll, wie moderne Lehrmethoden Lernresultate verbessern und die klinische Kompetenz zukünftiger Zahnärzte stärken können. Mit einer nachweislichen Lernverbesserung von 20 % und einer hohen Teilnehmerzahl von etwa 150 Studierenden pro Jahr ist das Kursmodell ein Vorbild für andere Hochschulen. Die enge Verzahnung von Theorie, Laborübungen und Live-Patienten-Demonstrationen schafft ein umfassendes Lernumfeld, das den steigenden Anforderungen einer alternden Bevölkerung gerecht wird. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung bleibt das Programm zukunftsfähig und trägt maßgeblich zur Qualität der zahnmedizinischen Versorgung bei.
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