Glaubersalz ist Natriumsulfat, ein Abführmittel aus der Apotheke. Es ersetzt kein Kochsalz und enthält kein Kalium. Laut Packungsbeilage nehmen Erwachsene 10 bis 20 g (2 bis 4 Teelöffel) in etwa 250 ml Wasser ein, zur raschen Darmentleerung 20 bis 30 g in etwa 500 ml Wasser. Es ist nur zur kurzfristigen Anwendung gedacht; bei Bluthochdruck, Herzschwäche, entzündlichen Darmerkrankungen oder in der Schwangerschaft nicht ohne ärztlichen Rat verwenden. Beim Heilfasten wird Glaubersalz traditionell am ersten Fastentag zur Darmentleerung genommen. Was dabei zu beachten ist, lesen Sie hier (Stand Oktober 2026).
Warum fasten mit Glaubersalz?
In vielen Fastenanleitungen, etwa beim Heilfasten nach Buchinger, steht am Anfang eine Darmentleerung. Die Idee dahinter: Ein leerer Darm soll das Hungergefühl in den ersten Tagen verringern. Dass Glaubersalz den Körper „entgiftet“ oder „entschlackt“, ist dagegen nicht belegt. Auch beim Abnehmen hilft es nicht: Der Gewichtsverlust nach der Einnahme beruht auf dem Verlust von Wasser und Darminhalt, nicht von Fett. Glaubersalz entzieht dem Körper Wasser, deshalb ist es wichtig, während der Anwendung viel zu trinken. Ein Einlauf mit Glaubersalz zum „Entwässern“ ist nicht zu empfehlen. Mehr dazu im Beitrag Darm Reinigung durch fasten.
Wie nehme ich Glaubersalz ein?
Halten Sie sich an die Packungsbeilage. Erwachsene lösen dort angegebene 10 bis 20 g (2 bis 4 Teelöffel) in etwa 250 ml Wasser und trinken die Lösung. Für eine rasche Darmentleerung, wie sie zu Fastenbeginn üblich ist, werden 20 bis 30 g (1 bis 2 Esslöffel) in etwa 500 ml Wasser gelöst. Kinder über 6 Jahre erhalten laut Packungsbeilage die halbe Dosis, eine Fastenkur ist für Kinder aber nicht geeignet. Der Geschmack ist sehr salzig und bitter, ein Schluck Zitronensaft oder Wasser danach kann helfen. Die Wirkung setzt meist nach einigen Stunden ein, planen Sie den Tag entsprechend und trinken Sie reichlich Wasser oder Tee nach.
Welche Vorteile bringt das Fasten mit Glaubersalz?
Glaubersalz ist ein salinisches Abführmittel, kein Mineralstoffpräparat. Zugelassen ist es zur kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung und zur Darmentleerung vor Untersuchungen und Behandlungen. Viele Fastende empfinden den leeren Darm zu Beginn als angenehm, weil das Hungergefühl nachlässt. Gesundheitliche Vorteile darüber hinaus sind nicht belegt. Einen niedrigen Blutdruck beim Fasten bringt Glaubersalz nicht „in Ordnung“. Weil es Natrium enthält, sollte es bei Bluthochdruck nicht angewendet werden. Gegen eine Reizblase hilft es nicht, und eine „Reinigung“ des Darms von Unreinheiten ist medizinisch nicht nötig.
Sind beim Fasten mit Glaubersalz Nebenwirkungen zu erwarten?
Ja. Glaubersalz besteht aus Natriumsulfat-Decahydrat und wirkt, indem es Wasser in den Darm zieht. Häufig sind Bauchgrummeln, Krämpfe, Übelkeit und ein starker Durchfall. Bei sehr hohen Dosen oder wiederholter Anwendung kann es laut Packungsbeilage zu erhöhtem Natriumgehalt im Blut, Wassereinlagerungen und Bluthochdruck kommen. Wie andere Abführmittel kann Glaubersalz außerdem zu Verlusten von Wasser, Kalium und anderen Salzen führen. Das kann Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche auslösen, vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von harntreibenden Mitteln oder Kortison. Bei Darmverschluss darf Glaubersalz nicht angewendet werden.
Verwenden Sie Glaubersalz nur in der empfohlenen Dosierung und nur kurzfristig. Eine längere Anwendung verstärkt die Darmträgheit. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie Medikamente nehmen, besonders herzwirksame Mittel wie Digitalis oder harntreibende Mittel, oder wenn Sie an Herz-, Nieren- oder Darmerkrankungen, Bluthochdruck oder Störungen des Salzhaushalts leiden. In der Schwangerschaft sollte Glaubersalz nicht verwendet werden. Bei Schwindel, Herzstolpern, starker Schwäche oder anhaltenden Bauchschmerzen holen Sie sofort ärztliche Hilfe. Mehr dazu im Beitrag Glaubersalz Kur Anleitung.
Warum sollte man es versuchen, einmal zu fasten, mithilfe von Glaubersalz?
Ob Sie zu Fastenbeginn Glaubersalz verwenden, ist eine persönliche Entscheidung und keine Voraussetzung für das Fasten. Manche Fastenanleitungen nennen andere Abführmittel oder verzichten ganz darauf. Glaubersalz ist keine Methode zur Gewichtsreduktion und keine Entgiftung, es zügelt den Appetit nicht dauerhaft und steigert nicht die Leistungsfähigkeit.
Nährstoffe, die das Immunsystem stärken, enthält Glaubersalz nicht. Es ist günstig und leicht in der Apotheke erhältlich, aber ein Arzneimittel mit Gegenanzeigen. Wer abnehmen möchte, erreicht mit einer dauerhaften Ernährungsumstellung und mehr Bewegung mehr als mit Abführmitteln. Menschen mit Essstörungen oder übermäßigem Konsum von Abführmitteln sollten Glaubersalz nicht verwenden und sich Unterstützung holen.
Unser Fazit: Glaubersalz kann zu Beginn eines Heilfastens zur Darmentleerung eingesetzt werden, wenn Sie gesund sind und die Packungsbeilage beachten. Wer Vorerkrankungen hat, Medikamente nimmt, schwanger ist oder zum ersten Mal mehrere Tage fasten möchte, bespricht das Vorhaben vorher mit Arzt oder Ärztin. Fasten über mehrere Tage sollte bei Vorerkrankungen nur unter ärztlicher Begleitung stattfinden.


