Gesundes aus der Natur

DMSO-Anwendung: Was ist das und wie kann es genutzt werden?

Zusammenfassung:

  • DMSO (Dimethylsulfoxid) ist ein Lösungsmittel, das in Industrie, Labor und Medizin verwendet wird. Es dringt sehr leicht durch die Haut und kann andere Stoffe mit in den Körper nehmen.
  • In Deutschland ist DMSO nur in einzelnen zugelassenen Arzneimitteln zur äußeren Anwendung enthalten, etwa in Gelen gegen Prellungen und Zerrungen. Zur Einnahme ist DMSO nicht zugelassen.
  • Im Internet wird DMSO als Wundermittel gegen Krebs, Demenz oder Rheuma beworben. Dafür gibt es keine Belege. Von der Einnahme und vom Auftragen hochkonzentrierter Lösungen ist abzuraten.

Die Nachfrage nach natürlichen Heilmitteln ist groß. In Foren, Büchern und Videos wird dabei immer wieder DMSO empfohlen, oft mit weitreichenden Versprechen.

Wir erklären, was hinter DMSO steckt, wofür es tatsächlich zugelassen ist, welche Risiken bestehen und warum Sie bei der Selbstanwendung vorsichtig sein sollten (Stand Oktober 2026).

Was genau ist DMSO?

DMSO, genauer Dimethylsulfoxid, ist eine organische Schwefelverbindung aus der Gruppe der Sulfoxide. In sehr kleinen Mengen kommt es in der Natur vor, etwa im Schwefelkreislauf der Meere, an dem Mikroorganismen und Algen beteiligt sind.

Das DMSO im Handel stammt aber nicht aus der Natur, sondern wird industriell hergestellt, unter anderem als Nebenprodukt der Papier- und Zellstoffindustrie. Es ist ein weit verbreitetes Lösungsmittel in Chemie und Labor. Die Bezeichnung „Naturstoff“ ist deshalb irreführend.

DMSO ist eine klare, farblose Flüssigkeit, die sich mit Wasser und vielen organischen Stoffen mischt. Typisch ist ein knoblauchartiger Geruch und Geschmack, der nach dem Kontakt auch im Atem auftreten kann.

Wichtig für Verbraucher: DMSO dringt sehr schnell durch die Haut. Dabei kann es auch Verunreinigungen, Farbstoffe oder andere Substanzen, die sich auf der Haut befinden, mit in den Körper transportieren. Genau diese Eigenschaft macht es in der Pharmazie interessant, bei der Selbstanwendung aber auch riskant.

Welche Wirkung hat DMSO?

In Laborversuchen und kleineren Studien wurden für DMSO verschiedene Effekte beschrieben. Auf der Haut aufgetragen, kann es Schmerzen lindern und Schwellungen abklingen lassen. Eine Laborstudie zeigte, dass DMSO die Weiterleitung in bestimmten schmerzleitenden Nervenfasern hemmt. Die Datenlage beim Menschen ist insgesamt aber dünn.

Diese Wirkungen werden DMSO häufig zugeschrieben, ohne dass sie ausreichend belegt sind:

  • Entzündungshemmend (in kleinen Studien bei äußerer Anwendung untersucht)
  • Abschwellend (bei äußerer Anwendung in Kombinationspräparaten genutzt)
  • Schmerzlindernd (begrenzte Belege bei Anwendung auf der Haut)
  • Konzentrationsfördernd (nicht belegt)
  • Beruhigend auf das Nervensystem (nicht belegt)
  • Durchblutungsfördernd (nicht ausreichend belegt)
  • Wundheilungsfördernd (nicht ausreichend belegt)
  • Antiallergisch (nicht belegt)
  • Zellregenerierend (nicht belegt)
  • Muskelentspannend (nicht ausreichend belegt)
  • Anregung der „Selbstheilungskräfte“ (nicht belegt).

Am besten untersucht ist die Anwendung auf der Haut bei Prellungen, Zerrungen und Gelenkbeschwerden. Hier wird DMSO in zugelassenen Arzneimitteln eingesetzt, meist in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Ob der Effekt über den eines Gels ohne DMSO hinausgeht, lässt sich nicht für jedes Einsatzgebiet sicher sagen. Für Sportverletzungen gibt es solche Präparate rezeptfrei in der Apotheke. Lassen Sie sich dort beraten, ob ein solches Gel für Ihre Beschwerden passt.

Behauptungen, DMSO steigere die Konzentration, verbessere den Schlaf oder beruhige das Nervensystem, sind nicht belegt. Bei Schlafproblemen oder Konzentrationsstörungen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoller als ein Selbstversuch mit einem Lösungsmittel.

In der Tiermedizin wird DMSO zum Beispiel bei Pferden äußerlich bei Schwellungen und Entzündungen eingesetzt. Diese Präparate sind für Tiere bestimmt und nicht für Menschen.

Unterm Strich ist DMSO kein „vielseitiges Heilmittel“, sondern ein Stoff mit wenigen, eng umgrenzten medizinischen Einsatzgebieten. Das Memorial Sloan Kettering Cancer Center stellt ausdrücklich fest, dass es keine Belege dafür gibt, dass DMSO Krebs beim Menschen behandeln kann.

Der Körper baut DMSO teilweise zu Dimethylsulfid und Dimethylsulfon ab. Die Ausscheidung erfolgt über Urin, Atem und Haut und dauert einige Tage. Dass dabei keinerlei Schäden entstehen können, lässt sich daraus nicht ableiten.

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Wo wird DMSO tatsächlich eingesetzt?

In der Medizin wird DMSO vor allem wegen seiner Transporteigenschaft und als Lösungs- und Schutzmittel verwendet. Belegte Einsatzgebiete sind:

  • Gele zur äußeren Anwendung bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen, meist kombiniert mit weiteren Wirkstoffen
  • Schutzmittel beim Einfrieren von Stammzellen und anderen Zellpräparaten in der Klinik
  • in einigen Ländern, etwa den USA, eine Blasenspülung bei interstitieller Zystitis
  • Lösungsmittel in Labor und pharmazeutischer Herstellung

Daneben kursieren im Internet viele weitere Anwendungsgebiete. Für die folgenden Erkrankungen ist eine Wirkung von DMSO nicht belegt, eine Selbstbehandlung kann notwendige Therapien verzögern:

  • Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte
  • Rheuma, Arthrose, Osteoporose und andere Gelenkerkrankungen (nur für die äußere Anwendung bei Gelenkbeschwerden gibt es begrenzte Daten)
  • Atemwegserkrankungen und Infektionen
  • Sehnen- und Bänderentzündungen (Kombinationsgele bei Sportverletzungen ausgenommen)
  • Bandscheibenprobleme
  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Demenz und andere Nervenerkrankungen
  • Krebs und Durchblutungsstörungen.

Wie wird DMSO angewendet?

Auf Ratgeberseiten wird beschrieben, wie DMSO je nach Beschwerde unterschiedlich angewendet werden soll, äußerlich wie innerlich. Für Verbraucher in Deutschland gilt dagegen: Sicher einordnen lässt sich nur die äußere Anwendung zugelassener Fertigarzneimittel nach Packungsbeilage. Die folgenden Einsatzgebiete werden häufig genannt:

  • Bei offenen Wunden

DMSO gehört nicht auf offene Wunden. Weil es Stoffe durch die Haut transportiert, können Keime und Verunreinigungen leichter eindringen. Wunden sollten nach den üblichen Regeln versorgt und bei Bedarf ärztlich behandelt werden.

  • Bei stumpfen Verletzungen und Knochenbrüchen

Bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen gibt es zugelassene Gele mit DMSO, die nach Packungsbeilage auf die intakte Haut aufgetragen werden. Bei Verdacht auf einen Knochenbruch gehört die Verletzung ärztlich abgeklärt, DMSO ist hier keine Behandlung.

  • Bei Rücken- und Bandscheibenproblemen

Rückenschmerzen können den Alltag stark einschränken. Für eine Wirkung von DMSO bei Bandscheibenproblemen gibt es keine belastbaren Belege. Bei anhaltenden Rückenschmerzen, Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühlen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

  • Bei Allergien

Eine Wirkung gegen Allergien ist nicht belegt. Für Heuschnupfen und andere Allergien gibt es gut untersuchte Behandlungen, über die Ärztinnen und Apotheken beraten.

  • Bei Demenz und Nervenerkrankungen

Für eine Wirkung bei Demenz oder anderen Nervenerkrankungen gibt es keine Belege. Die Einnahme von DMSO ist hier ausdrücklich nicht zu empfehlen.

  • Bei einer Krebserkrankung

DMSO ist kein Krebsmittel. Laborversuche lassen keine Rückschlüsse auf eine Wirkung beim Menschen zu. Wer an Krebs erkrankt ist, sollte jede ergänzende Maßnahme mit dem behandelnden Onkologen absprechen und eine wirksame Therapie nicht verzögern.

  • Bei Rheuma

Für die äußere Anwendung bei Gelenkbeschwerden gibt es einige kleine Studien mit begrenzter Aussagekraft. Das Auftragen selbst gemischter, hochprozentiger Lösungen ist wegen Hautreizungen und der Aufnahme von Verunreinigungen nicht zu empfehlen. Entzündliches Rheuma gehört in rheumatologische Behandlung.

  • Bei Herpes

Eine Wirkung gegen Herpesviren ist nicht belegt. Für Lippenherpes gibt es zugelassene Mittel aus der Apotheke.

  • Bei Magen- / Darmerkrankungen

DMSO ist zur Einnahme nicht zugelassen. Für einen Schutz des Magen-Darm-Trakts oder eine Linderung chronischer Darmerkrankungen gibt es keine Belege. Die Einnahme kann im Gegenteil Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall auslösen.

fieber und krankheit

Was ist bei der Anwendung von DMSO zu beachten?

Wenn Sie DMSO anwenden möchten, greifen Sie zu einem zugelassenen Arzneimittel aus der Apotheke und halten Sie sich an die Packungsbeilage. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Apotheke, besonders wenn Sie andere Medikamente nehmen oder Vorerkrankungen haben.

Schwangere und Stillende sollten DMSO nicht verwenden. Auch für Kinder ist eine Selbstanwendung nicht geeignet.

Innere Anwendung: davon wird abgeraten

Zur Einnahme ist DMSO in Deutschland nicht zugelassen. In Deutschland gibt es DMSO nur in Arzneimitteln zur äußeren Anwendung. Das im Internet angebotene DMSO wird meist als Chemikalie oder Lösungsmittel verkauft. Für diese Produkte gibt es keine geprüfte Dosierung zur Einnahme, und Verunreinigungen sind nicht ausgeschlossen.

Dosierungsangaben aus Büchern oder Foren, die eine Einnahme nach Körpergewicht empfehlen, sind keine medizinisch geprüften Empfehlungen. Beschrieben sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Benommenheit, Blutdruckabfall und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, deren Aufnahme DMSO verändern kann.

Statt einer Dosistabelle daher ein Überblick über den Stand (Oktober 2026):

AnwendungsformStand in Deutschland
Gel mit DMSO zur äußeren Anwendungals Arzneimittel zugelassen, rezeptfrei in der Apotheke
DMSO-Lösung zum Einnehmennicht zugelassen, von der Einnahme wird abgeraten
DMSO als Chemikalie aus dem Internetkein Arzneimittel, Reinheit und Dosierung ungeprüft
DMSO als Hilfsstoff, etwa zum Einfrieren von Stammzellennur in der Klinik unter ärztlicher Aufsicht

Treten nach einer Einnahme Beschwerden auf, wenden Sie sich an einen Arzt oder einen Giftnotruf.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich wird DMSO in zugelassenen Gelen angewendet, die eine festgelegte Menge des Wirkstoffs enthalten. Das Auftragen reiner oder selbst verdünnter DMSO-Lösungen ist nicht zu empfehlen, weil hohe Konzentrationen die Haut reizen und Stoffe von der Hautoberfläche mit in den Körper gelangen können.

Mögliche Beschwerden bei äußerer Anwendung und was Sie tun können:

BeschwerdeWas tun
Rötung, Brennen, JuckreizAnwendung beenden, Haut mit Wasser abspülen
Knoblauchgeruch im Atemharmlos, verschwindet nach einigen Tagen
Starke Hautreaktion, BlasenAnwendung beenden, ärztlichen Rat einholen
Atemnot, Schwellung im Gesichtsofort den Notruf 112 wählen

Wer sollte DMSO nicht anwenden?

Neben Schwangeren und Stillenden sollten folgende Personengruppen auf DMSO verzichten oder es nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden:

  • Menschen, die Beruhigungsmittel, blutverdünnende Mittel oder andere Medikamente einnehmen
  • Menschen mit Neurodermitis, empfindlicher Haut oder Diabetes
  • Menschen mit Nieren- oder Lebererkrankungen
  • Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegenüber DMSO.

Was gilt es bei der Lagerung von DMSO zu beachten?

Arzneimittel mit DMSO lagern Sie so, wie es auf der Packung steht, und für Kinder unzugänglich. Für reines DMSO, wie es als Chemikalie verkauft wird, gilt:

  • Lichtgeschützt
  • Luftdicht verschlossen
  • Bei Raumtemperatur (unter etwa 18 °C wird DMSO fest)
  • Keine Plastikflaschen oder -gefäße nutzen, da DMSO Kunststoffe anlösen kann

Geeignet ist eine Braunglasflasche, sicher verwahrt und außer Reichweite von Kindern.

Hat DMSO Nebenwirkungen?

Ja. Die Aussage, DMSO sei frei von Nebenwirkungen, ist falsch. Bei äußerer Anwendung sind vor allem Hautreizungen, Rötungen, Juckreiz, trockene Haut und ein knoblauchartiger Geschmack im Mund beschrieben. Diese Reaktionen klingen meist nach dem Absetzen ab.

Bei der Einnahme oder bei Infusionen im Krankenhaus wurden darüber hinaus Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, Blutdruckabfall und Benommenheit beobachtet. In seltenen Einzelfällen wurden schwere Komplikationen berichtet.

Der direkte Kontakt mit den Augen und Schleimhäuten sollte vermieden werden. Wenn nach einer Anwendung Beschwerden auftreten, beenden Sie die Anwendung und holen Sie bei anhaltenden oder starken Symptomen ärztlichen Rat ein.

DMSO oder MSM

DMSO und MSM werden oft in einem Atemzug genannt. Beide sind Schwefelverbindungen, unterscheiden sich aber in ihren Eigenschaften und in ihrer rechtlichen Einordnung.

DMSO (Dimethylsulfoxid) ist ein Lösungsmittel, das andere Stoffe durch die Haut transportiert. In Deutschland ist es nur als Bestandteil von Arzneimitteln zur äußeren Anwendung zugelassen. Für eine längere Selbstanwendung, für Kinder, Schwangere und Menschen mit bestimmten Erkrankungen ist es nicht geeignet.

MSM (Methylsulfonylmethan, auch Dimethylsulfon) ist ein Abbauprodukt von DMSO und wird als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, häufig mit dem Hinweis auf Gelenkbeschwerden. Die Studienlage zu einem Nutzen ist begrenzt. Auch MSM kann Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Hautreaktionen verursachen. Für Kinder, Schwangere und Stillende ist die Sicherheit nicht ausreichend untersucht, die Einnahme wird dort nicht empfohlen.

Bei Gelenk- oder Muskelschmerzen sollten Sie vor dem Griff zu DMSO oder MSM die Ursache ärztlich abklären lassen. Für akute Sportverletzungen sind zugelassene Gele aus der Apotheke die sicherere Wahl als Chemikalien aus dem Internet. Fragen Sie vor jeder Anwendung Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, ob das Mittel für Sie geeignet ist.

Abbauprodukte von DMSO

Im Körper wird DMSO teilweise umgewandelt. Die wichtigsten Abbauprodukte sind Dimethylsulfid (DMS) und Dimethylsulfon (DMSO2, also MSM). Ein Teil wird unverändert über die Nieren ausgeschieden.

DMS ist für den typischen Geruch verantwortlich. Es wird über Atem und Haut abgegeben und sorgt nach der Anwendung von DMSO für einen knoblauchartigen Geruch, der einige Zeit anhalten kann.

DMSO2 ist geruchlos und wird langsamer ausgeschieden als DMSO. Es hat andere Eigenschaften, zum Beispiel einen deutlich höheren Schmelzpunkt.

Nach einer Anwendung lassen sich DMSO und seine Abbauprodukte noch einige Tage im Körper nachweisen. Langzeitdaten zur Sicherheit bei wiederholter Selbstanwendung fehlen.

Wenn Sie Fragen zur Anwendung von DMSO oder zu einem bestimmten Präparat haben, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Wichtige Punkte beim Kauf von DMSO

DMSO wird im Internet in vielen Varianten angeboten. Diese Punkte helfen Ihnen, Risiken zu vermeiden:

1. Arzneimittel statt Chemikalie: Für die Anwendung am Menschen kommen nur zugelassene Arzneimittel aus der Apotheke in Frage. Produkte, die als Lösungsmittel oder „nur für den Laborgebrauch“ verkauft werden, sind nicht für die Anwendung am Körper geprüft.

2. Reinheit: Angaben wie „99,9 % Reinheit“ sagen nichts darüber aus, ob ein Produkt für die Anwendung am Menschen geeignet ist. Bei DMSO zählt besonders, dass keine Verunreinigungen über die Haut aufgenommen werden.

3. Qualität: Hinweise auf GMP (Good Manufacturing Practice) betreffen den Herstellungsprozess. Sie ersetzen keine Arzneimittelzulassung.

4. Verpackung: Seriöse Produkte sind licht- und luftdicht verpackt, idealerweise in dunklem Glas, und tragen eine vollständige Kennzeichnung.

5. Werbeaussagen: Versprechen gegen Krebs, Demenz oder chronische Krankheiten sind ein Warnsignal. Solche Heilaussagen sind für nicht zugelassene Produkte unzulässig.

6. Nebenwirkungen: Informieren Sie sich vorher über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Wer diese Punkte beachtet, schützt sich vor teuren und möglicherweise gefährlichen Fehlkäufen. Ein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung ist DMSO in keinem Fall.

FAQ

Was ist DMSO und wo kommt es vor?

DMSO (Dimethylsulfoxid) ist eine farblose Flüssigkeit und ein verbreitetes Lösungsmittel. In Spuren kommt es im Schwefelkreislauf der Meere vor, das Handelsprodukt wird aber industriell hergestellt.

Wie wirkt DMSO?

DMSO dringt schnell durch die Haut und kann andere Stoffe mitnehmen. Auf der Haut aufgetragen, kann es Schmerzen und Schwellungen bei Prellungen oder Zerrungen lindern. Viele weitere Wirkungen, die im Internet genannt werden, etwa gegen Krebs, Demenz oder Allergien, sind nicht belegt.

Wie wird DMSO angewendet?

In Deutschland ist DMSO nur in Arzneimitteln zur äußeren Anwendung zugelassen, die nach Packungsbeilage auf die intakte Haut aufgetragen werden. Zur Einnahme ist DMSO nicht zugelassen, davon wird abgeraten.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Anwendung von DMSO?

Ja. Häufig sind Hautreizungen, Rötungen, Juckreiz und ein knoblauchartiger Geruch. Bei der Einnahme können Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel und Blutdruckabfall auftreten. Bei Beschwerden die Anwendung beenden und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.

Wo kann man DMSO kaufen?

Zugelassene Gele mit DMSO gibt es in der Apotheke. DMSO, das in Online-Shops oder Naturkostläden als Lösungsmittel verkauft wird, ist kein geprüftes Arzneimittel und für die Anwendung am Menschen nicht zu empfehlen.

Fazit zur DMSO Anwendung

DMSO ist kein Wundermittel, sondern ein Lösungsmittel mit wenigen, eng umgrenzten medizinischen Einsatzgebieten. Sinnvoll und geprüft ist in Deutschland nur die äußere Anwendung zugelassener Arzneimittel, etwa bei Prellungen und Zerrungen. Von der Einnahme und vom Experimentieren mit hochkonzentrierten Lösungen ist abzuraten.

Externe Quellen:

1. Memorial Sloan Kettering Cancer Center: „Dimethylsulfoxide“, Informationsseite zu Wirkung, Nebenwirkungen und Studienlage (https://www.mskcc.org/cancer-care/herb/dimethylsulfoxide)

2. Evans MS, Reid KH, Sharp JB Jr.: “Dimethylsulfoxide (DMSO) blocks conduction in peripheral nerve C fibers: a possible mechanism of analgesia”, Neuroscience Letters 1993 (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8469412/)

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