Die Inhaltsstoffe von Cannabis rücken mehr und mehr in den Fokus der medizinischen Forschung. Bereits jetzt weisen zahlreiche Studien auf die gesundheitsfördernde Wirkung von Substanzen wie CBD hin. Als Arzneimittel zugelassen ist CBD bisher allerdings nur zur Behandlung bestimmter seltener Epilepsieformen. Als Lebensmittel ist CBD-Öl in der EU nicht zugelassen, und für die meisten Krankheiten ist eine Wirkung frei verkäuflicher Öle nicht belegt.
CBD – Was es ist und wie es wirkt
Cannabidiol, abgekürzt CBD, bezeichnet ein Cannabinoid, gewonnen aus der Hanfpflanze. Zur Gewinnung und Herstellung von CBD Öl werden ausschließlich EU zertifizierte Sorten wie Cannabis Sativa, Indica und Ruderalis verwendet. Diese Cannabisvarianten weisen einen THC-Gehalt von höchstens 0,3 % auf, wirken somit nicht psychoaktiv oder berauschend, und werden auch als Industrie- oder Faserhanf tituliert.
In seiner Wirkweise fungiert CBD als Antagonist der Rezeptoren CB1 und CB2 des Endocannabinoid-Systems, im Folgenden ECS abgekürzt. Als Antagonist dockt es dabei nicht selbst an diese Rezeptoren an, sorgt aber für eine verbesserte Wirkung des körpereigenen Cannabinoid Anandamid. Durch das Blockieren des Transportproteins für Anandamid wird der sonst rasch stattfindende Abbau gehemmt und somit ein „Pool“ des Cannabinoids im Gehirn geschaffen. Auf diesem Weg kann der menschliche Organismus das ECS optimaler aktivieren und nutzen.
Betrachtet man allein, auf welche Bereiche das ECS positiven Einfluss nimmt, ergibt sich bereits ein erstes Bild auf das Wirkspektrum von CBD Ölen. Das ECS besitzt Rezeptoren in folgenden Bereichen des menschlichen Körpers:
- Gehirn und Nerven
- Verdauungstrakt
- Immunsystem
- Haut und Schleimhäute
- Muskulatur
Neben der Antagonisten-Rolle von CBD im ECS wurden bis dato jedoch noch weitere Rezeptoren erkannt, bei denen die Substanz andockt und eine entsprechende Aktivierung bewirkt. Diese bisher bekannten Rezeptoren sind:
1) Vanilloid Rezeptoren Typ 1 und 2, sowie der Glycin Rezeptor
Diese Rezeptoren fungieren als Signalgeber für Adenosin. Dockt CBD an, werden Neurotransmitter wie Dopamin, Noradrenalin und Acetylcholin blockiert. Dies kann zum Einen beruhigend und zum Anderen entzündungshemmend auf physischer Ebene wirken.
2) 5-HT-1A Rezeptor
Die Wirkung findet hier besonders im psychologischen Spektrum statt und sorgt vor allem für den Abbau von Angstgefühlen.
3) GPR55
Dieser Rezeptor wirkt vor allem auf die Zellmembranen und sorgt für Entzündungshemmung und besitzt krampflösende Eigenschaften. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag CBD bei Sinusitis.
4) Dopamin-2-Rezeptor
Hier werden Wirkungen vor allem ab einer hohen Dosis an CBD festgestellt. Dann wird eine Wirkung gegen Psychosen untersucht, die Behandlung gehört aber in ärztliche Hand. Des weiteren weist CBD eine antioxidative Wirkung auf und verhält sich in seiner Eigenschaft als Fänger freier Radikale ähnlich zu Vitamin C und E.
Nebenwirkungen von CBD
CBD (Cannabidiol) ist eine natürlich vorkommende Verbindung, die aus der Cannabispflanze, insbesondere aus Hanf, extrahiert wird. In den letzten Jahren hat CBD aufgrund seiner potenziellen therapeutischen Eigenschaften, die bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen helfen können, an Popularität gewonnen. Viele schätzen es, weil es nicht die psychoaktive Wirkung von THC (Tetrahydrocannabinol) aufweist, einer anderen Hauptverbindung in Cannabis.
Trotz seiner vielen Vorteile gibt es auch mögliche Nebenwirkungen, die mit der Einnahme von CBD verbunden sind. Einige dieser Nebenwirkungen umfassen:
- Müdigkeit: Einige Menschen berichten, dass sie sich nach der Einnahme von CBD schläfrig oder müde fühlen. Dies kann besonders bei höheren Dosen auftreten.
- Durchfall: Hohe Dosen von CBD können bei manchen Menschen zu Verdauungsproblemen führen, wobei Durchfall eine häufig berichtete Nebenwirkung ist.
- Veränderungen im Appetit und Gewicht: Die Einnahme von CBD kann bei einigen Personen zu einem erhöhten oder verringerten Appetit führen, was wiederum zu Gewichtsveränderungen führen kann.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: CBD kann mit einigen Medikamenten interagieren, insbesondere mit solchen, die eine Grapefruitwarnung haben. Das liegt daran, dass sowohl CBD als auch Grapefruit Enzyme im Körper beeinflussen können, die für den Abbau von Medikamenten verantwortlich sind.
- Trockener Mund: Einige Benutzer haben über ein Gefühl des trockenen Mundes nach der Einnahme von CBD berichtet.
Hier finden Sie weitere Nebenwirkungen, speziell CBD Öl Nebenwirkungen.
Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jeder, der CBD einnimmt, diese Nebenwirkungen erfahren wird. Die Reaktionen können von Person zu Person variieren. Außerdem hängt das Risiko von Nebenwirkungen oft von der Dosierung, der Art der Einnahme und der individuellen Empfindlichkeit ab.
Was sind Vollspektrum Öle?
Reines CBD Öl besteht nur aus zwei Komponenten: Einem Trägeröl und CBD, welches in kristalliner Form zugesetzt wird. Ein CBD Vollspektrum Öl hingegen weist eine höhere Bandbreite an Wirksubstanzen aus Hanf auf und wirkt so weitaus vielschichtiger. Zudem wird bei der Herstellung anstelle kristalliner Zusätze der flüssige Extrakt verwendet, womit die effektive Aufnahme der Wirkstoffe über die Schleimhäute verbessert wird.
Herstellung von CBD Vollspektrum Öl

Für die Herstellung wird EU zertifizierter Hanf aus biologischem Anbau zunächst zerkleinert und auf 100 bis 150 °C erhitzt. Durch Decarboxylation wird CBDA (CBD-Säure) in CBD umgewandelt. Anschließend wird gekühltes, flüssiges und unter hohem Druck komprimiertes Kohlenstoffdioxid zugeführt. Auf diese Weise findet die Extraktion statt. Abschließend werden die daraus gewonnen Substanzen in einem Separator durch ausgeübten Druck und bestimmte Temperaturen getrennt.
Vorteil dieses Verfahrens ist eine schonende Gewinnung, bei der ausschließlich berücksichtigt werden muss, nicht zu hohe Temperaturen wirken zu lassen, um einzelne Inhaltsstoffe nicht zu zerstören. Besonders Terpene, die zu den in Cannabis enthaltenen pharmakologischen Substanzen gehören, sind sehr hitzeempfindlich. Durch die Extraktion über Kohlenstoffdioxid ist das Verfahren zudem kostengünstig und umweltschonend.
Vorteile von CBD Vollspektrum Ölen
Im Gegensatz zu CBD Blüten, die hauptsächlich durch Inhalation oder als Teeaufguss konsumiert werden, ist CBD Öl aufgrund seiner vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise der oralen Einnahme, der Beimischung in Speisen oder der lokalen Anwendung auf der Haut, besonders beliebt für seine einfache Dosierbarkeit und schnelle Aufnahme in den Körper.
Der große Vorteil ist die bereits erwähnte Nutzung mehrerer wirksamer Substanzen, die aus Cannabis gewonnen werden können.
Dazu gehören:
- CBD
- CBG (Cannabigerol)
- CBN (Cannabinol)
- CBC (Cannabichromen)
- Die Terpene: Myrcen, Limonen, Caryophyllen, Pinen
All diese Komponenten zusammen verstärken sich gegenseitig. Dieses Wirkprinzip wird auch als Encourage-Effekt bezeichnet. Durch diese gegenseitige Positivierung von Cannabinoiden und Terpenen kommt es zu einer effektiveren Wirkung und einer deutlich höheren körperlichen Ausnutzung wirkaktiver Potentiale der Substanzen.
CBD Vollspektrum Öl auf MCT Basis
Um Cannabinoide und Terpene für den menschlichen Organismus noch einfacher zugänglich zu machen, bietet es sich an, ein entsprechendes Trägeröl bei der Herstellung zu verwenden.
MCT Öle sind dabei ideal. Diese Öle auf Basis mittelkettiger Fettsäuren entstammen der Diätetik und werden immer dann genutzt, wenn Fette schonend und unter Umgehung von zahlreichen Spaltungsprozessen im Verdauungstrakt resorbiert werden sollen.
MCT weist in seinen Eigenschaften eine leichte Löslichkeit in wässrigem Milieu auf, was eine schnelle Aufnahme in die Blutbahn über den Dünndarm und eine ideale Weiterleitung zur Leber gewährleistet. Dort wird es bevorzugt oxidiert und dem Körper als Energie nutzbar gemacht.
So steigert das Trägeröl die Bioverfügbarkeit der Cannabinoide und Terpene. Daraus resultiert eine bessere Aufnahme und Verarbeitung, was die Nutzung der Stoffe entsprechnd effektiver macht.
CBD bei Krankheiten – was ist belegt?
CBD wird in der Forschung unter anderem bei Angststörungen, Entzündungen, Schmerzen und Epilepsie untersucht. Als Arzneimittel zugelassen ist es bisher nur zur Behandlung bestimmter seltener Epilepsieformen. Für Erkrankungen wie Krebs, Depressionen, Diabetes, Multiple Sklerose, Autoimmunerkrankungen, Parkinson, Alzheimer oder Herz-Kreislauf-Leiden ist eine Wirkung frei verkäuflicher CBD-Öle nicht belegt. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Sich besser fühlen mit CBD.
CBD-Öl ersetzt keine ärztliche Behandlung. Setzen Sie verordnete Medikamente nie eigenmächtig ab und sprechen Sie eine Einnahme bei Erkrankungen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Die Dosierung von CBD Vollspektrum Ölen

Viele Hersteller geben kaum Dosierhinweise an. Das hat einen Grund: CBD ist als Lebensmittel in der EU bisher nicht zugelassen (Novel Food). Die EFSA hält vorläufig nur etwa 2 mg CBD pro Tag für sicher; für Schwangere, Stillende, unter 25-Jährige und Menschen, die Medikamente nehmen, gilt das nicht.
Schon wenige Tropfen eines 5-prozentigen Öls können diese Menge erreichen. Prüfen Sie deshalb den CBD-Gehalt pro Tropfen auf der Packung und bleiben Sie bei niedrigen Mengen.
Bei Erkrankungen sprechen Sie eine Einnahme vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, auch wegen möglicher Wechselwirkungen. Verordnete Medikamente sollten Sie nie eigenmächtig absetzen oder in der Dosis verändern.
CBD Vollspektrum Öle kaufen – Was ist zu beachten?
Beim Kauf von CBD Öl steht folgender Grundsatz: Je hochwertiger das Öl, desto besser der Effekt. Um die Hochwertigkeit zu bestimmen und zu erkennen, ist es ratsam, sich die entsprechenden Analysen des jeweiligen Produktes anzusehen. Die Analysen beziehen sich dabei bei guten Ölen auf zwei Aspekte:
1) Die Qualität der Hanfpflanzen selbst (Schimmelfrei, keine Pestizide)
2) Qualitative Analytik (Die Ermittlung jeglicher Inhaltsstoffe des Öles in Prozent und ein CBDA-Gehalt von möglichst weniger als 1%)
Diese Analysen müssen durchgeführt werden. Als Verbrauchende kann man sich etwas absichern, indem man zunächst über den Namen und den Sitz des jeweiligen Labors, welches das Produkt getestet hat, informiert. Dies sollte auf vertreibenden Websites entsprechend aufgeführt sein. Ist es das nicht oder wurde das Labor geschwärzt, kann dies als Hinweis genommen werden, das Produkt für den Gebrauch besser nicht in Betracht zu ziehen.
Anschließend ist eine einfache Googlesuche ratsam, um mögliche Fantasie-Labore auszuschließen. Ist in hier alles in Ordnung, kann man meist ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass es sich um qualitativ hochwertiges Öl handelt.
Des Weiteren kann die Aufschlüsselung der einzelnen Inhaltsstoffe hilfreich sein, um sicherzustellen, dass es sich wirklich um ein Vollspektrumöl und kein reines CBD Öl handelt. Wird zudem noch MCT als Trägeröl angegeben, spricht das für ein sorgfältig hergestelltes Produkt.
Die Rechtslage von CBD Vollspektrum Öl
Auch wenn CBD Öle oft simpel als Cannabisöl bezeichnet werden, handelt es sich nicht um ein Rauschmittel: CBD-Öl wirkt nicht berauschend. Erwerb und Konsum sind für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht strafbar. CBD ist als Lebensmittel in der EU bisher nicht zugelassen (Novel Food). Die EFSA hält vorläufig nur etwa 2 mg CBD pro Tag für sicher; für Schwangere, Stillende, unter 25-Jährige und Menschen, die Medikamente nehmen, gilt das nicht.
Für Nutzhanf gilt seit dem 01.04.2024 eine THC-Grenze von 0,3 Prozent. Vollspektrum-Öle können Spuren von THC enthalten; achten Sie auf ein Laborzertifikat. Im Straßenverkehr gilt ein THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml im Blutserum, für Fahranfänger in der Probezeit und unter 21-Jährige ein absolutes Cannabisverbot. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Unterschied zwischen CBD und THCP.

