Rolle der Händehygiene in der Betriebssicherheit

eine moderne toilette mit einem papierhandtuchspender aus edelstahl einem seifenspender gestapelten papierhandtüchern und einem großen fenster das eine verschneite außenszene zeigt

Im Winter rückt die Betriebshygiene – insbesondere die Händehygiene – stärker in den Fokus. Gute Händehygiene reduziert die Verbreitung von Infektionen im Betrieb erheblich, was zu weniger Krankheitsausfällen und stabileren Betriebsabläufen führt. Hände sind dabei das zentrale Werkzeug im täglichen Kontakt und können Mikroorganismen übertragen.

Bedeutung der Händehygiene im Winter

Während der kalten Jahreszeit steigt die Zahl von Erkältungen, Grippe und Durchfallerkrankungen, die über kontaminierte Oberflächen übertragen werden. In Unternehmen können diese Krankheiten zu Produktionsausfällen, Störungen im Betriebsablauf und Engpässen in der Verwaltung führen. Durch konsequente Händehygiene lassen sich diese Risiken deutlich reduzieren.

Warum Hände zentrale Werkzeuge sind

  • Begrüßung, Arbeit, Essen und Körperpflege erfolgen stets mit den Händen.
  • Hände kommen kontinuierlich mit Oberflächen in Kontakt, auf denen Bakterien und Viren vorkommen.
  • Übertragene Mikroorganismen können Erkrankungen wie Durchfall, Erkältungen oder Grippe auslösen.

Gesetzliche Vorgaben und Ausstattung von Waschräumen

Für eine wirksame Händehygiene müssen die sanitären Einrichtungen den Vorgaben entsprechen:

  • Pro fünf Toiletten oder Bedürfnisstände muss mindestens ein Handwaschbecken mit fließendem Wasser vorhanden sein.
  • Für je zwei Handwaschbecken sind geeignete Seifenspender erforderlich.
  • Heutzutage dominieren Seifencremespender, da sie eine einfache und hygienische Anwendung ermöglichen.

Die Arbeitsstättenrichtlinie (ASR 35/1-4) empfiehlt Einmal-Handtücher als hygienisch sinnvollste Lösung zum Trocknen. Alternativ sind Wärmelufttrockner zulässig, während Stoffhandtücher aus Restriktivspendern in vielen Betrieben eingesetzt werden, um Mehrfachnutzung zu verhindern.

Effektive Händewaschmethoden

Für wirksame Händehygiene reicht es nicht aus, die Hände kurz unter Wasser zu halten. Die Kombination aus gründlichem Einseifen, Verreiben, Abspülen und sorgfältigem Trocknen reduziert die Keimzahl effektiv.

  • Hände unter fließendem Wasser anfeuchten.
  • Hände gründlich einseifen.
  • Seife auf Handrücken, Handgelenken, zwischen den Fingern und unter den Fingernägeln verreiben.
  • Hände unter fließendem Wasser gut abspülen.
  • Hände sorgfältig abtrocknen.

Eine Studie aus dem Jahr 2021 belegt, dass durch effektive Händehygiene die Krankheitsausfälle in Unternehmen um bis zu 30 % gesenkt werden können. Besonders in Zeiten erhöhter Krankheitsfälle im Winter ist dies von großer Bedeutung, um die Produktivität aufrechtzuerhalten und Störungen im Betriebsablauf zu minimieren.

Trocknung und Handtuchlösungen

Die Wahl des Handtrockners beeinflusst die Hygiene maßgeblich:

  • Einmal-Handtücher gelten als die hygienisch sinnvollste Lösung laut ASR 35/1-4.
  • Wärmelufttrockner sind zulässig, werden jedoch nicht in allen Empfehlungen berücksichtigt.
  • Stoffhandtücher aus Restriktivspendern verhindern Mehrfachnutzung, da verbrauchte Abschnitte automatisch eingezogen werden.
  • Moderne Spender arbeiten berührungslos über integrierte Sensoren.
  • Papierhandtücher bleiben die am weitesten verbreitete Lösung – sie sind praktisch, hygienisch und in unterschiedlichen Falzungen und Spendersystemen erhältlich. Unter jedem Papierspender sollte ein Mülleimer für die Entsorgung stehen.

Quantitative Vorteile – Reduktion von Krankheitsausfällen

Die im Jahr 2021 veröffentlichte Studie „Impact of Hand Hygiene on Infectious Disease“ (Journal of Occupational Health) liefert folgende Kennzahlen:

  • Reduktion der Krankheitsausfälle: 30 % (2021)
  • Erkrankungen durch Hygieneversagen: 30 % (2021)

Diese Zahlen belegen, dass effektive Händehygiene das Risiko von krankheitsbedingten Ausfällen um bis zu einem Drittel senken kann. Unternehmen, die hygienisch gut aufgestellt sind, profitieren von gesünderen Mitarbeitenden und weniger ungeplanten Ausfällen.

Herausforderungen und Gegenargumente

Ein häufig genanntes Gegenargument ist, dass Händedesinfektion im nicht-medizinischen Bereich nicht vorgeschrieben ist. Diese fehlende gesetzliche Vorgabe kann zu geringerer Compliance bei der Nutzung von Desinfektionsspendern führen, weil die Notwendigkeit nicht universal anerkannt ist. Trotzdem kann ein zusätzlicher Desinfektionsspender im Waschraum den Infektionsschutz erhöhen, insbesondere im Winter.

FAQ zur Händehygiene

Warum ist Händewaschen so wichtig?Händewaschen reduziert nachweislich die Verbreitung von Krankheiten erheblich und schützt somit die Gesundheit der Beschäftigten.

Praktische Tipps für Unternehmen

Um die Händehygiene nachhaltig zu verbessern, sollten Unternehmen:

  • Waschräume bedarfsgerecht ausstatten und regelmäßig den Füllstand von Seife, Handtüchern und Desinfektionsmitteln prüfen.
  • Anschauliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen an Waschbecken anbringen.
  • Aushänge über richtige Waschmethoden und wichtige Zeitpunkte (nach Toilettengang, vor dem Essen, nach Husten/Niesen, nach Kontakt mit potenziell kontaminierten Oberflächen) verwenden.
  • Regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden durchführen, um das Bewusstsein für Händehygiene zu stärken.

Fazit

Die Händehygiene ist ein zentraler Baustein der Betriebssicherheit, besonders im Winter, wenn das Risiko von Infektionen steigt. Durch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, die Bereitstellung geeigneter Waschräume und das konsequente Befolgen der richtigen Wasch- und Trocknungsschritte können Unternehmen die Krankheitsausfälle um bis zu 30 % reduzieren. Trotz fehlender Vorschriften für Händedesinfektion im nicht-medizinischen Bereich lohnt sich die ergänzende Bereitstellung von Desinfektionsspendern, um das Infektionsrisiko weiter zu senken. Unternehmen, die in Schulungen, klare Beschilderungen und moderne, berührungslose Spendersysteme investieren, sichern nicht nur die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, sondern auch stabile Betriebsabläufe und langfristige Produktivität.

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