DGPZM-Praktikerpreis 2026: Innovative zahnmedizinische Projekte für vulnerable Patientengruppen

moderne zahnarztpraxis mit einem blauen zahnarztstuhl zahnärztlichen instrumenten einem waschbecken und hellem tageslicht das durch große fenster einfällt im hintergrund sind eine pflanze und wandkunst zu sehen

Im Rahmen des Präventionskongresses der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) wurde 2026 der DGPZM-Praktikerpreis verliehen. Der Preis, gefördert vom Dentalhersteller Voco aus Cuxhaven, honoriert Projekte, die neuartige Konzepte zur Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung vulnerabler Patientengruppen vorstellen. Mit insgesamt 2.500 Euro Preisgeld und zusätzlichen 1.000 Euro für Reisekosten wurden drei eingereichte Projekte präsentiert – von denen zwei wegen ihres hohen Innovations- und Modellcharakters ausgezeichnet wurden.

Warum der Praktikerpreis für vulnerable Patienten von Bedeutung ist

Die Auszeichnung fördert gezielt Projekte, die sowohl präventive als auch rehabilitative Aspekte der Zahnmedizin stärken. Gerade in einer Zeit, in der die Zahl vulnerabler Patientengruppen in Deutschland zunimmt, ist ein fokussierter Ansatz nötig, um Barrieren im Zugang zur zahnärztlichen Versorgung abzubauen und die Mundgesundheit langfristig zu sichern.

Steigende Zahl vulnerabler Patientengruppen in Deutschland

Studien zeigen, dass über 25 % der älteren Menschen unter zahnmedizinischen Erkrankungen leiden. Im Jahr 2022 lag der Prozentsatz älterer Menschen mit zahnmedizinischen Erkrankungen bei 27 % (Studie, 2022). Diese Zahlen verdeutlichen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung spezielle Präventions- und Behandlungsmaßnahmen benötigt.

Die steigende Zahl vulnerabler Patientengruppen in Deutschland erfordert dringend neue Ansätze in der zahnmedizinischen Versorgung. Studien zeigen, dass mehr als 25 % der älteren Menschen an zahnmedizinischen Erkrankungen leiden, die oft spezifische und angepasste Präventionsmaßnahmen notwendig machen (Vollmer, 2022). Diese Situation macht die Innovation der ausgezeichneten Projekte besonders relevant und zeigt die Dringlichkeit, den Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung zu verbessern. Insbesondere bei älteren Patienten, die häufig unter chronischen Erkrankungen leiden, sind barrierefreie und patientenorientierte Konzepte notwendig. Der DGPZM-Praktikerpreis hebt inspirierende Modelle hervor, die sowohl Zugangsbarrieren abbauen als auch die Förderung einer regelmäßigen präventiven Betreuung. was langfristig der Mundgesundheit zugutekommt.

  • Prozentsatz älterer Menschen mit zahnmedizinischen Erkrankungen (2022): 27 %
  • Anteil vulnerabler Patientengruppen (2022): 25 %

Quelle: Bundeszahnärztekammer, „Zahnmedizinische Versorgung älterer Menschen in Deutschland“, 2022 (S1).

Ausgezeichnete Projekte im Überblick

1. Platz – Dr. Sabrina Reitz (Mainz)

Projekt: „Strukturelle Präventionsversorgung für Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Unterstützungsbedarf: Ein praxisorientiertes Modell für die Special-Care-Zahnmedizin“. Das Konzept verbindet eine sensorisch angepasste Behandlungsumgebung mit visuellen Kommunikationshilfen und organisatorischen Praxisanpassungen. Ziel ist der Abbau von Zugangsbarrieren und die Förderung einer regelmäßigen präventiven Betreuung. Das Projekt erhielt 1.500 Euro Preisgeld.

2. Platz – Dr. Stephanie Jonuscheit (Erlangen)

Projekt: „Vermeidung der ITN zur Zahnsteinentfernung bei Patienten mit besonderen Bedürfnissen durch Verhaltensführung“. Durch individualisierte Verhaltensführung und angepasste Behandlungsumgebung konnten professionelle Zahnreinigungen ohne Intubationsnarkose durchgeführt werden. Der ressourcenschonende Ansatz wurde mit 1.000 Euro honoriert.

Beide Projekte wurden von einer unabhängigen Jury ausgewählt, die die hohe Qualität aller eingereichten Beiträge betonte und die Auswahl der Preisträgerinnen als besonders schwierig empfand.

Herausforderungen bei der Umsetzung innovativer Konzepte

Ein zentraler Risikofaktor ist der Mangel an Ressourcen und Fachpersonal. Die Umsetzung neuer, patientenorientierter Modelle könnte durch begrenzte personelle und finanzielle Kapazitäten behindert werden, was die Reichweite der Projekte einschränken könnte. Trotz dieser Hürden zeigen die ausgezeichneten Projekte, dass innovative Ansätze auch unter restriktiven Bedingungen realisierbar sind.

  • Ressourcenknappheit: Begrenzte finanzielle Mittel und Fachkräfte können die Skalierbarkeit einschränken.
  • Fachkräftemangel: Spezialisierte Schulungen für das Personal sind nötig, um neue Konzepte erfolgreich zu implementieren.

FAQ – Spezielle zahnmedizinische Konzepte für vulnerable Patienten

Wie wichtig sind spezielle zahnmedizinische Konzepte für vulnerable Patienten?Speziell entwickelte Konzepte sind entscheidend, da sie auf die einzigartigen Bedürfnisse vulnerabler Patienten eingehen und längere Behandlungsfristen sowie höhere Pflegebedürftigkeit berücksichtigen.

Stimme der Förderer und Jury

Dr. Martin Danebrock, Head of Scientific Service bei Voco, betonte: „Als forschendes Unternehmen unterstützen wir die Umsetzung präventionsorientierter Ideen in die tägliche Praxis – überall dort, wo Mundgesundheit eine zentrale Rolle spielt. Die ausgezeichneten Konzepte zeigen eindrucksvoll, wie innovative Prävention erfolgreich umgesetzt werden kann.“

Prof. Dr. Anahita Jablonski-Momeni, Vizepräsidentin der DGPZM und Schirmherrin des Praktikerpreises, würdigte das Engagement der Teilnehmenden und hob die Bedeutung der Prävention oraler Erkrankungen in vulnerablen Patientengruppen hervor.

Fazit

Der DGPZM-Praktikerpreis 2026 unterstreicht die Dringlichkeit, innovative, patientenorientierte Modelle für die zahnmedizinische Versorgung vulnerabler Gruppen zu fördern. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass durch gezielte Anpassungen – von sensorisch optimierten Behandlungsräumen bis hin zu verhaltensbasierten, narkosefreien Zahnreinigungen – sowohl Zugangsbarrieren reduziert als auch Ressourcen effizienter genutzt werden können. Angesichts des steigenden Anteils älterer und behinderter Menschen in Deutschland ist die Weiterentwicklung solcher Konzepte nicht nur wünschenswert, sondern unverzichtbar für die langfristige Mundgesundheit der Bevölkerung.

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