UV-Strahlung erhöht nicht nur das Risiko für Sonnenbrand und Hautkrebs, sie kann auch spezielle Hautreaktionen auslösen. Die häufigste ist die polymorphe Lichtdermatose, umgangssprachlich oft Sonnenallergie genannt und im Englischen als „polymorphic light eruption“ bekannt. Wer die typischen Anzeichen kennt, die meist Stunden bis Tage nach dem Sonnenbad auftreten, kann gezielt vorbeugen und die Beschwerden besser von anderen Hautproblemen unterscheiden.
Was ist die polymorphe Lichtdermatose?
Lichtdermatosen sind Hauterkrankungen, die durch Licht ausgelöst oder verstärkt werden. Die polymorphe Lichtdermatose (PLD) ist die häufigste davon. Ausgelöst wird sie vor allem durch UVA-Strahlung, meist im Frühjahr oder im Urlaub, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist. Der Name „polymorph“ bedeutet vielgestaltig, weil die Hautveränderungen von Mensch zu Mensch unterschiedlich aussehen. Typische Anzeichen sind:
- Juckende Hautstellen, meist am Hals, Dekolleté, an den Armen oder am Handrücken
- Rote Flecken, die sich von einem klassischen Sonnenbrand unterscheiden
- Stecknadelkopf-große, kuppelförmige Knötchen
- Plaques oder Bläschen bei stärkerer Ausprägung
Eine eigene Form ist die sogenannte Mallorca-Akne (Acne aestivalis). Sie zeigt sich mit akneähnlichen Knötchen und Pusteln und juckt meist weniger. Als Auslöser gilt das Zusammenspiel von UV-Strahlung mit Fetten und bestimmten Emulgatoren aus Sonnenschutz- oder Pflegeprodukten.
Symptome und zeitlicher Ablauf
Die Beschwerden zeigen sich meist einige Stunden bis wenige Tage nach einer stärkeren Sonnenbestrahlung. Häufig beginnt es mit Juckreiz, danach folgen rote Flecken, Knötchen oder Bläschen. Ohne weitere Sonne heilen die Hautveränderungen in der Regel innerhalb von etwa einer Woche ohne Narben ab. Im Lauf des Sommers gewöhnt sich die Haut oft an die Sonne, und die Reaktionen werden schwächer.
UV-Strahlung und ihre Intensität
Die Stärke der UV-Strahlung wird mit dem UV-Index angegeben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfehlen Schutzmaßnahmen ab einem UV-Index von 3. Am stärksten ist die Strahlung um die Mittagszeit, in Deutschland im Sommer etwa zwischen 11 und 15 Uhr. Dann erreicht der UV-Index in Deutschland regelmäßig Werte von 8 bis 9, im Hochgebirge auch mehr. Den aktuellen UV-Index für Ihre Region veröffentlicht das BfS täglich. Mehr zum Anstieg der Hautkrebsfälle in Deutschland lesen Sie in unserem Beitrag Anstieg der Hautkrebsfälle in Deutschland.
Wichtige Werte im Überblick
- Schutz empfohlen: ab UV-Index 3
- Typische Sommerwerte in Deutschland: UV-Index 8 bis 9, im Gebirge höher
- Stärkste Tageszeit: etwa 11 bis 15 Uhr
Wer diese Werte kennt, kann Aufenthalte in der Sonne besser planen und sich gezielt schützen.
Wie häufig ist die Lichtdermatose?
Die polymorphe Lichtdermatose gehört zu den häufigsten Hautreaktionen auf Sonnenlicht, besonders bei hellhäutigen Menschen und bei Frauen.
Sicher ist: Ein guter Sonnenschutz senkt das Risiko für Sonnenbrand, Hautalterung und Hautkrebs und kann auch Lichtdermatosen vorbeugen. Warum UV-Schutz das ganze Jahr über wichtig ist, lesen Sie in unserem Beitrag Die Wichtigkeit des Sonnenschutzes im Frühjahr.
So beugen Sie einer Lichtdermatose vor
Die Vorbeugung beruht auf einer Kombination aus Verhaltensänderungen und physikalischem Schutz:
- Langsame Gewöhnung an die Sonne im Frühjahr mit kurzen, allmählich längeren Aufenthalten
- Meiden der stärksten Strahlungszeiten (etwa 11 bis 15 Uhr)
- Tragen von dicht gewebter Kleidung, Tüchern, Hut und Sonnenbrille
- Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor und gutem UVA-Schutz, rechtzeitig und ausreichend aufgetragen
- Bei Neigung zu Mallorca-Akne: fett- und emulgatorarme Sonnenschutzgele statt reichhaltiger Cremes
Bei stark ausgeprägter oder jedes Jahr wiederkehrender Lichtdermatose kann eine Hautärztin oder ein Hautarzt weitere Maßnahmen empfehlen, etwa eine kontrollierte Lichtgewöhnung in der Praxis vor dem Sommer.
Wie kann ich mich wirksam vor einer Lichtdermatose schützen?
Am wirksamsten ist eine Kombination aus langsamer Gewöhnung an die Sonne, schützender Kleidung, einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und gutem UVA-Schutz und dem Meiden der Mittagssonne zwischen etwa 11 und 15 Uhr.
Verwechslung mit anderen Hauterkrankungen
Die Hautveränderungen einer Lichtdermatose werden leicht mit einer Allergie, etwa gegen Sonnenschutzmittel, oder mit anderen Hauterkrankungen verwechselt. Auch einige Medikamente und Pflanzenstoffe können die Haut lichtempfindlich machen. Eine falsche Einordnung kann zu unwirksamer Behandlung und unzureichendem Schutz führen. Lassen Sie wiederkehrende oder starke Hautreaktionen nach Sonnenkontakt deshalb hautärztlich abklären.
Fazit
Die polymorphe Lichtdermatose ist eine häufige, meist harmlose, aber unangenehme Reaktion der Haut auf UV-Strahlung, deren Beschwerden oft erst verzögert auftreten. Mit langsamer Gewöhnung an die Sonne, dem Meiden der Mittagsstunden, schützender Kleidung und einem Sonnenschutzmittel mit gutem UVA-Schutz lässt sich das Risiko deutlich senken. Bei starken oder wiederkehrenden Beschwerden hilft die hautärztliche Praxis weiter (Stand Oktober 2026).

