Altersschwerhörigkeit und Hörverlust im Alter – Tipps und was man tun kann

Hinter dem medizinischen Begriff Presbyakusis verbirgt sich eine der Geiseln des Alters. Schlecht hören im Alter. Was sich zeitweise humorvoll anmutet, das ewige Nachfragen und die großen Augen, die ein Unverständnis symbolisieren, ist für Menschen ab dem fünfzigsten Lebensjahr durchaus nachvollziehbar. Die Altersschwerhörigkeit beginnt ein Teil des Lebens zu werden.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ab dem 24. Lebensjahr die vorhandene Leistungsfähigkeit des Gehörs abnimmt. Und das gilt leider für beide Ohren, ein gleichbleibender Prozess, der je nach Auswirkung den Lebensalltag stark beeinflussen kann. Und es ist eine reine Verschleißerscheinung, bedingt durch das Alter. Nicht mehr und nicht weniger.

Schlecht hören im Alter – ein stetiger Prozess des Lernens

Wer irgendwo zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr fest im Leben steht, der bringt täglich noch seine Leistung bei. Ob nun im privaten oder beruflichen Bereich, das Leben fordert uns und Schwächen passen nicht in das Konstrukt Leben. Wenn zum Beispiel die Hörleistung beidseitig gleichbleibend nachlässt, dann muss das erst einmal aus persönlicher Sicht akzeptiert werden. Schlecht hören im Alter stand auf keiner Wunschliste des Lebens.

Wie erkenne ich die Altersschwerhörigkeit? Welche Symptome sind zu beachten?

  • Wenn der Nachrichtensprecher plötzlich nur noch nuschelt und der Lautstärkeknopf der Fernbedienung eine neue Höchstmarke erreicht
  • Probleme bei der Worterkennung und wenn Hintergrundgeräusche als störend empfunden werden
  • Die musikalischen Lieblingsstücke plötzlich eher wie undefinierbarer Krach erscheinen. Die Transparenz der Musik fehlt, verschwunden scheint.
  • Das Smartphone des Öfteren geklingelt hat und der Klingelton nicht wirklich vernommen wurde
  • Warum spricht jeder Zweite plötzlich undeutlich?

Habe ich was falsch gemacht? Woher kommt dieser plötzliche Hörverlust?

Schlecht hören im Alter ist ein ganz normaler Prozess und das Alter fordert seinen Tribut. Mal mehr und mal weniger. Natürlich spielt auch die berufliche Laufbahn eine Rolle. Wer täglich einer erhöhten Lautstärke ausgesetzt ist, der wird einen höheren Leistungsverlust hinnehmen müssen. Auch Anhänger der lauten Musik werden es ab dem 50. Lebensjahr ein wenig schwerer mit der Kommunikation haben.

Gesundheitliche Vorerkrankungen können ebenfalls ein ausschlaggebender Impuls sein. Wer unter Herz- und Kreislauferkrankungen leidet, der muss sich dem erhöhten Risiko der Schwerhörigkeit im Alter gleich mit bewusst werden. Bestimmte Medikamente können ebenfalls eine verminderte Hörleistung fördern. Auch kann ein erblich bedingter Faktor negative Auswirkungen haben und Raucher gelten ebenfalls als gefährdet. Schlecht hören im Alter kann vermieden werden, zumindest in vielen Fällen.

Was kann im Vorfeld unternommen werden? Prävention ist möglich?

  • Lärm möglichst vermeiden – keine laute Musik oder ein Gehörschutz tragen
  • Die Ohren schützen – Ohrschützer und auch Mützen bei Kälte
  • Bei Krankheiten ärztlichen Rat suchen – zum Beispiel bei Diabetes oder bei Bluthochdruck
  • Lassen Sie das Rauchen! – Es schadet nur der Gesundheit

Schlecht hören im Alter – welche Möglichkeiten gibt es?

Der technische Ansatz – das Hörgerät

Die erste und wohl bekannteste Form der Hilfestellung ist das Hörgerät. Dank modernster Technik kaum noch wahrnehmbar und unglaublich effektiv, wie zum Beispiel das Phonak Marvel Hörgerät. Nebengeräusche rausfiltern, transparentes Hören und wieder die altbekannte Lebensqualität wieder entdecken. Verschiedene Geräte und Formen sind auf dem Markt verfügbar. Ein weiteres Beispiel sind Signia Hörgeräte, kleine technische Meisterleistungen.

Wenn der Tinnitus nervt

Der Tinnitus ist wohl einer der unangenehmsten, nervenaufreibendsten und auch schmerzhaftesten Ohrnebengeräusche, die es gibt. Hier sind verschiedene Ansätze möglich und sollten zumindest einmal durchlaufen werden: Eine Garantie auf Heilung ist nur schwer auszusprechen. Doch eine Linderung kann bereits eine große Erleichterung sein.

Machen Sie Hörtraining unter fachmännischer Anleitung oder greifen direkt zu einem sogenannten Tinnitus Masker. Ein Gerät, das vom eigentlichen Ohrgeräusch ablenkt und so Linderung schafft. Auch können spezielle Atemtechniken helfen. Hier ist ein Rat von fachkundiger Stelle empfehlenswert. 

Wer unter Schwerhörigkeit im fortgeschrittenen Stadium leidet

der wird zusätzlich noch andere Hilfsmittel nutzen müssen. Eine fortschrittliche Technik ist das Cochlea-Implantat, die bereits vielen Gehörlosen eine neue Lebensqualität bescherte. Dieses Implantat kommt dann zum Einsatz, wenn selbst die empfindlichsten Hörgeräte keinen Erfolg mehr verzeichnen.

mann spricht

Wenn das Hören plötzlich eingeschränkt ist – Tipps für den Alltag und wie geht es weiter?

Doch es muss nicht immer gleich das Schlimmste befürchtet werden. Es gibt immer eine Ursache, die muss nur gefunden werden. Im Zusammenspiel mit einem Arzt, einem Hörakustiker und der Familie sind alle noch so leisen Töne zu bewältigen.

Schlecht hören im Alter muss nicht immer sofort die Altersschwerhörigkeit sein. Manchmal ist es nur ein verstopftes Ohr oder eine Entzündung im Gehörgang. Ein Arzt sollte immer eine der ersten Anlaufstellen für Rat und Tat sein. Das Ergebnis kann nur eine verbesserte Hörleistung sein, denn Hören ist überlebenswichtig. Allein als Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr ist Hören wegweisend.

Wie sollten wir mit Mitmenschen umgehen, die unter einer Altersschwerhörigkeit leiden? Schlecht hören im Alter muss nicht einschränkend sein.

  • Klar und deutlich kommunizieren
  • Das soziale Leben darf nicht leiden oder gar komplett ausgeblendet werden
  • Laute Nebengeräusche vermeiden (Fernseher oder Radio)
  • Gerne auch mal Bausteine des Satzes wiederholen
  • Das Gesicht verrät viel. Was meint mein Gegenüber?

Es gibt nichts Schöneres, als in Würde alt zu werden. Das fortgeschrittene Alter bringt viele Vorteile in unser Leben, die Erfahrungsschätze der letzten Jahrzehnte sind das wahre Kapital des Lebens. Dass mal die Hörleistung gemindert ist, das Kreuz schmerzt, das mag alles sein. Doch wer wirklich hören möchte, dem stehen heutzutage eine Vielzahl von Optionen zur Verfügung. Schlecht hören im Alter muss nicht immer endgültig sein.

Gemäß einer Statistik des Deutschen Schwerhörigen Verbundes e.V. sind ca. 20 % der deutschen Bevölkerung hörbehindert (pflege-durch-angehoerige.de). Und wenn wir hier zusammen agieren, unterstützen und helfen, dann ist für jeden Menschen die Lebensqualität wieder herstellbar. Und das mit oder ohne Hörhilfe.

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