Der Ivoclar Smile Award 2026 würdigt herausragende zahnmedizinische und zahntechnische Restaurationen, die mit dem Lithium-Disilikat-Vollkeramiksystem IPS e.max umgesetzt wurden. Der Wettbewerb beleuchtet die enge Synergie zwischen präziser zahnärztlicher Präparation und anspruchsvoller zahntechnischer Handwerkskunst im Kontext minimalinvasiver, evidenzbasierter Vollkeramik-Rekonstruktionen. Im Rahmen des Ivoclar LATAM-Symposiums in Mexiko-Stadt wurden die Gewinner- und Finalistenteams aus allen Kontinenten geehrt.
Ivoclar Smile Award 2026 – Überblick und Zielsetzung
Der Award richtet sich an Teams aus Zahnarzt- und Zahntechnik-Praxis, die mit den Materialien der IPS e.max-Familie besonders anspruchsvolle Fälle umgesetzt haben. Die eingereichten Fälle wurden anonym anhand von Falldokumentation, Fotos und Videos bewertet. Entscheidende Kriterien waren klinische Komplexität, ästhetische Umsetzung, Materialauswahl und Patientenzufriedenheit. Die 16-köpfige internationale Fachjury, zu der unter anderem Prof. Dr. Daniel Edelhoff (LMU München), Prof. Dr. Irena Sailer, Oliver Brix, Vincent Fehmer und Carola Wohlgenannt gehörten, vergab die Preise in den Kategorien „Proven Masters“ und „Rising Talents“.
Martin Frontull, CMO von Ivoclar, betonte: „Mit dem Ivoclar Smile Award möchten wir außergewöhnliche Talente in der Dentalwelt würdigen. Es begeistert uns zu sehen, wie Zahnlabore und Zahnarztpraxen mit Unterstützung unserer Lösungen großartige Leistungen hervorbringen.“ Vincent Fehmer ergänzte: „Alle eingereichten Fälle stehen für ein herausragendes Maß an Können, Präzision und Engagement im Umgang mit IPS e.max.“
Wissenschaftliche Langzeitevidenz des IPS e.max-Systems
Überlebensraten aus klinischen Langzeitstudien
Die klinische Beständigkeit des Lithium-Disilikat-Systems ist durch zahlreiche unabhängige Langzeituntersuchungen belegt. Der IPS e.max Scientific Report (Vol. 4, 2025) fasst konsolidierte Studiendaten zusammen:
- IPS e.max Press: 96,5 % Überlebensrate über einen Beobachtungszeitraum von 16,9 Jahren (20 internationale Studien, 2025).
- IPS e.max CAD: 97,2 % Überlebensrate über 10 Jahre (2025).
- Weltweit eingesetzte Restaurationen: mehr als 230 Millionen bis Ende 2024.
Weitere Langzeitdaten zeigen:
- Einzelkronen aus Lithium-Disilikat: 97,8 % Überlebensrate nach 5 Jahren (Quelle S2, 2014).
- Mehrgliedrige Brücken aus Lithium-Disilikat: 78,1 % Überlebensrate nach 5 Jahren (Quelle S2, 2014).
Ergebnisse der Jurymitglieder-Studien
Jurymitglieder haben eigene klinische Forschungsergebnisse beigesteuert. Prof. Dr. Daniel Edelhoff (LMU München) untersuchte gepresste Lithium-Disilikat-Einzelzahnrestaurationen bei Patienten mit starkem Zahnhartsubstanzverlust. Die Langzeitbeobachtung über bis zu 13 Jahre ergab:
- 100 % klinische Überlebensrate bei Einzelzahnrestaurationen (2022).
- Gesamtausfallrate von 5,5 % im Vergleich zu 25,3 % bei CAD/CAM-Komposit-Restaurationen (nach modifizierten USPHS-Kriterien).
Diese Daten untermauern die hohe Erfolgsquote von Lithium-Disilikat bei minimalinvasiven Rekonstruktionen, solange die Indikationsstellung streng erfolgt und das adhäsive Befestigungsprotokoll fehlerfrei umgesetzt wird.
Klinische Bewertung und Preisverleihung
Die Preisverleihung fand am 13. August im World Trade Center, Mexiko-Stadt, statt. Teams aus Lateinamerika, EMEA, Asien und Nordamerika präsentierten ihre Arbeiten. Neben der Ehrung erhielten alle Finalist:innen eine Einladung zum zweitägigen LATAM-Symposium, das neben Vorträgen auch Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vorstellung neuester Innovationen bot.
Dr. Martin Ibañez (Argentinien) äußerte nach seiner Auszeichnung: „Diese Auszeichnung ist die Erfüllung eines Traums. Hinter diesem Erfolg stehen unzählige Stunden, Tage und Jahre voller Engagement, Hingabe und harter Arbeit.“
Praxisrelevante Vorteile und technische Anforderungen
IPS e.max kombiniert hohe Festigkeit (Biegefestigkeit ca. 470-530 MPa) mit glasartiger Transluzenz. Dadurch können extrem dünne Schichtstärken von 0,3-0,5 mm bei Veneers und Onlays realisiert werden, was die gesunde Zahnhartsubstanz maximal schont. Die Materialeigenschaften ermöglichen ästhetische, zuverlässige Versorgungen und steigern die Lebensqualität der Patient:innen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum gilt Lithium-Disilikat als Standard für minimalinvasive Rekonstruktionen?Aufgrund seiner hohen Festigkeit (470-530 MPa) und der Möglichkeit, sehr dünne Schichten (0,3-0,5 mm) zu verarbeiten, wird gesunde Zahnhartsubstanz maximal erhalten.Welche Kriterien unterscheiden die Kategorien „Proven Masters“ und „Rising Talents“?“Proven Masters“ zeichnet erfahrene, international etablierte Behandlerteams für komplexe Gesamtrehabilitationen aus, während „Rising Talents“ gezielt Nachwuchskräfte für herausragende Einzelfallumsetzungen würdigt.
Risiken und Limitationen bei komplexen Brücken
Obwohl Lithium-Disilikat bei Einzelkronen, Teilkronen und Veneers herausragende Erfolgsquoten erzielt, zeigen systematische Reviews ein erhöhtes Frakturrisiko bei weitspannigen Brücken im Molaren- und Seitenzahnbereich. Deshalb wird dort häufig Zirkoniumdioxid bevorzugt. Darüber hinaus ist das adhäsive Befestigungsprotokoll hochgradig techniksensitiv: Fehler bei Ätz- und Silanisierungszeiten oder mangelnde Feuchtigkeitskontrolle können den langfristigen Erfolg gefährden.
Fazit
Der Ivoclar Smile Award 2026 unterstreicht die klinische Relevanz und die wissenschaftliche Fundierung des IPS e.max-Systems. Dokumentierte Überlebensraten von 96,5 % (Press) und 97,2 % (CAD) über bis zu 17 Jahre, mehr als 230 Millionen weltweit eingesetzte Restaurationen und unabhängige Langzeitstudien, die 100 % Überlebensrate bei Einzelzahnrestaurationen zeigen, bestätigen die Materialstärke. Gleichzeitig weisen die Daten auf Limitationen bei mehrgliedrigen Brücken und die Notwendigkeit einer präzisen, feuchtigkeitskontrollierten adhäsiven Befestigung hin. Für Zahnärzt:innen und Zahntechniker:innen bedeutet dies: Mit IPS e.max können minimalinvasive, ästhetisch anspruchsvolle Lösungen realisiert werden, solange die Indikationsstellung streng erfolgt und die Protokolle exakt eingehalten werden. Der Award feiert nicht nur technische Exzellenz, sondern liefert zugleich ein evidenzbasiertes Fundament für zukünftige klinische Entscheidungen.
Inhaltsverzeichnis

