Beim Heilfasten nach Buchinger sind erlaubt: Wasser, ungesüßte Kräutertees, klare Gemüsebrühe, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte und etwas Honig. Zusammen kommen Sie damit auf etwa 250 bis 500 Kilokalorien am Tag. Feste Nahrung, Alkohol, Nikotin, Milch und gesüßte Getränke sind nicht vorgesehen. Kaffee und schwarzer Tee gehören eigentlich nicht dazu, werden in kleinen Mengen aber manchmal geduldet. Insgesamt sollten Sie täglich mindestens 2,5 Liter trinken.
Die folgende Übersicht zeigt, was im Glas und auf dem Teller landen darf, was in Maßen geht und worauf Sie verzichten. Einzelheiten zu Teesorten und zum richtigen Trinken finden Sie im Beitrag Heilfasten: Tee und Wasser.
Erlaubt: Das trinken Sie beim Heilfasten
Wasser
Stilles Wasser oder Leitungswasser ist die Grundlage. Die Leitlinie der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) nennt eine Gesamtflüssigkeitsmenge von mindestens 2,5 Litern am Tag. Mehr als drei bis vier Liter bringen keinen zusätzlichen Nutzen. Ein paar Spritzer Zitronensaft oder einige Scheiben Ingwer im Wasser sind kein Problem.
Ungesüßte Kräutertees
Pfefferminze, Kamille, Fenchel, Melisse, Salbei oder Brennnessel bringen Abwechslung und Wärme. Achten Sie auf Tees ohne Zucker und ohne zugesetzte Aromen. Kräutertee liefert kaum Nährstoffe, hilft aber, die Trinkmenge zu schaffen, und wärmt, wenn Sie frieren.
Gemüsebrühe
Eine selbst gekochte, klare Brühe aus Karotten, Sellerie, Lauch, Petersilienwurzel und Kartoffeln ist mittags oder abends fester Bestandteil. Sie wird abgeseiht, das Gemüse selbst essen Sie nicht. Die Brühe liefert Salz und Kalium, die der Körper beim Fasten vermehrt ausscheidet, und hilft so gegen Kreislaufbeschwerden.
Verdünnte Säfte
Etwa ein Glas Obst- oder Gemüsesaft am Tag, mit Wasser verdünnt, liefert etwas Zucker und Vitamine. Gemüsesäfte enthalten weniger Zucker als Obstsäfte. Nehmen Sie Säfte ohne Zuckerzusatz.
Honig
Laut ÄGHE-Leitlinie sind bis zu zwei bis drei Teelöffel Honig am Tag im Tee möglich. Das hilft gegen Schwächegefühle.
In Maßen oder nur in bestimmten Varianten
- Kaffee und schwarzer Tee: Beim klassischen Heilfasten nicht vorgesehen. Wer sonst viel Kaffee trinkt, reduziert ihn am besten schon vor dem Fasten. Eine kleine Tasse am Morgen kann Entzugskopfschmerzen verhindern und wird von manchen Fastenleitungen akzeptiert.
- Buttermilch und Molke: Gehören nicht zum Buchinger-Fasten, sind aber Grundlage eigener Varianten wie dem Molkefasten. Dort ersetzen sie Saft und Brühe.
- Zuckerfreier Kaugummi: Regt die Verdauungssäfte an und kann den Hunger eher verstärken. Besser verzichten.
- Nahrungsergänzungsmittel: Bei einer kurzen Fastenkur in der Regel nicht nötig. Brühe und Saft decken den Bedarf an Salz und Kalium. Bei längeren Kuren entscheidet die ärztliche Begleitung.
Nicht erlaubt beim Heilfasten
- Feste Nahrung: Auch Obst, Gemüse oder Salat essen Sie erst wieder beim Fastenbrechen. Davor und danach, an den Entlastungs- und Aufbautagen, sind sie dagegen ausdrücklich erwünscht.
- Alkohol: Belastet den Kreislauf, wirkt auf nüchternen Magen stärker und kann den Blutzucker gefährlich senken. Mehr dazu im Beitrag Darf man beim Fasten Alkohol trinken?.
- Rauchen: Wer ohnehin aufhören möchte, nutzt die Fastentage manchmal als Startpunkt.
- Milch und Milchprodukte: Sie liefern Eiweiß und Fett und unterbrechen damit das Fasten.
- Limonaden, Eistee, Kombucha und Energydrinks: Sie enthalten Zucker oder Süßstoffe und passen nicht zum Fasten.
Und Medikamente?
Medikamente setzen Sie nie eigenmächtig ab. Manche müssen beim Fasten anders dosiert werden, etwa Mittel gegen Bluthochdruck, entwässernde Mittel, Blutverdünner und blutzuckersenkende Medikamente. Sprechen Sie vor dem Fasten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Typ-1-Diabetes, schweren Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Essstörungen und Untergewicht ist Heilfasten ohne ärztliche Begleitung nicht geeignet. Für Kinder und Jugendliche kommt es nicht in Frage.
Was außer Essen und Trinken erlaubt ist
Bewegung ist beim Heilfasten ausdrücklich erwünscht: täglich ein Spaziergang, Radfahren in gemütlichem Tempo, Schwimmen oder Yoga. Sie hilft, Muskeln zu erhalten, und hält den Kreislauf in Schwung. In den ersten Fastentagen ist Vorsicht angebracht, und Höchstleistungen wie im Bild oben verschieben Sie besser auf die Zeit nach dem Fasten.
Darmentleerung: Traditionell beginnt das Heilfasten mit Glaubersalz, und während des Fastens folgen Einläufe. Beides ist erlaubt, aber kein Muss. Wer niedrigen Blutdruck oder einen empfindlichen Darm hat, wählt eine mildere Form oder lässt es nach Rücksprache weg.
Wärme und Ruhe: Ein warmer Wickel auf dem Bauch, ein warmes Fußbad oder ein Mittagsschlaf sind erlaubt und angenehm. Mit Sauna und heißen Vollbädern sind Sie beim Fasten vorsichtig, weil der Kreislauf schneller schlapp macht.
Wie lange gelten diese Regeln?
Die Regeln gelten für die eigentlichen Fastentage. Gesunde Erwachsene können zu Hause eine Fastenwoche mit fünf Fastentagen durchführen. Länger als fünf bis sieben Tage sollten Sie nur mit ärztlicher Begleitung fasten. Wie eine Fastenwoche zu Hause von der Vorbereitung bis zum Aufbau abläuft, beschreibt der Beitrag Richtig Heilfasten zu Hause.


