25 Jahre Henry Schein Cares – Fortschritte in Mundgesundheit, Prävention und ökologischer Nachhaltigkeit

neben einem moosbewachsenen globus und einer bambuszahnbürste steht ein großes weißes zahnmodell im hintergrund sind windräder und solarmodule zu sehen

Im September 2026 feierte das globale Corporate-Citizenship-Programm Henry Schein Cares sein 25-jähriges Bestehen. Seit dem offiziellen Start im Jahr 2001 hat die Initiative Teams, Kunden, Lieferpartner, medizinische Fachkräfte und gemeinnützige Organisationen zusammengebracht, um den Zugang zu Gesundheitsversorgung zu verbessern, innovative Lösungen zu fördern, den Planeten zu schützen und das interne Engagement zu stärken. Der folgende Artikel beleuchtet die epidemiologischen Hintergründe unbehandelter Munderkrankungen, die Reichweite des Leuchtturmprojekts „Give Kids A Smile“, die ökologische Transformation der Gesundheitsversorgung und kritische Perspektiven zu Spenden- und Klimaschutz-Modellen.

Globale Krankheitslast und ökonomische Dimension unbehandelter Munderkrankungen

Die Mundgesundheit ist eine häufig übersehene Säule der globalen Gesundheitsversorgung. Laut dem Global Oral Health Status Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2022) leiden weltweit rund 3,5 Milliarden Menschen – etwa 45 % der Weltbevölkerung – an unbehandelten oralen Erkrankungen. Unbehandelte Karies im bleibenden Gebiss ist die häufigste chronische Erkrankung weltweit.

Epidemiologische Fakten

  • Betroffene Menschen (2022): 3,5 Milliarden (45 % der Weltbevölkerung)
  • Höchste Prävalenz: Karies an bleibenden Zähnen

Wirtschaftliche Kosten

Gesundheitsökonomen des Universitätsklinikums Heidelberg schätzen die jährlichen globalen Kosten durch Zahn- und Munderkrankungen auf 710 Milliarden US-Dollar (2024). Diese Summe umfasst direkte Behandlungskosten sowie indirekte Produktivitätsverluste.

  • Jährliche Gesamtkosten (2024): 710 Mrd. US-$

Diese Zahlen verdeutlichen, warum Programme, die frühzeitigen Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung und Prävention ermöglichen, nicht nur gesundheitspolitisch, sondern auch volkswirtschaftlich dringend nötig sind.

Das Programm „Give Kids A Smile“ – Struktur, Reichweite und Erfolge

Seit 2003 koordiniert die American Dental Association (ADA) Foundation das Projekt Give Kids A Smile (GKAS). Henry Schein ist seit Gründung exklusiver Produktpartner und liefert Sachspenden sowie logistische Unterstützung.

Sachspenden und Freiwillige

  • Gesamtwert der Sachspenden von Henry Schein (2026): über 20 Millionen US-Dollar
  • Mobilisierte Fachkräfte (2026): ca. 23 000 Freiwillige für 325 000 Kinder an 1.200 Standorten

Bis heute hat das GKAS-Programm über 10,2 Millionen benachteiligte Kinder mit zahnärztlicher Versorgung erreicht. Die Kombination aus ehrenamtlichen Zahnärzten und bereitgestellten Zahnarzt-Kits ermöglicht die Behandlung von Schmerzen, die Vermeidung von Schulfehlzeiten und die langfristige Verbesserung der Mundgesundheit.

Ökologische Transformation im Gesundheitssektor – Ziel Netto-Null bis 2050

Der Gesundheitssektor trägt signifikant zum globalen Klimawandel bei. Laut dem Lancet-Countdown und Health Care Without Harm verursacht das Gesundheitswesen 4,4 bis 5,2 % aller weltweiten CO₂-Emissionen (2024). Davon entfallen 71 % auf die Lieferkette (Scope 3, 2019).

Emissionen im Gesundheitswesen und in der Lieferkette

  • Anteil des Gesundheitssektors an weltweiten CO₂-Emissionen (2024): 4,4-5,2 %
  • Emissionen der medizinischen Lieferketten (Scope 3, 2019): 71 %

Henry Schein hat das Ziel, bis 2050 Netto-Null zu erreichen. Die Strategie umfasst:

  • Ausbau erneuerbarer Energien – Ziel 100 % erneuerbare Energie bis 2030 (derzeit 34 % über Zertifikate gedeckt)
  • Investitionen in verifizierte CO₂-Entnahmetechnologien, z. B. Partnerschaft mit Climeworks Solutions
  • Kreislaufwirtschaft und CO₂-Reduktion in Produktion, Kühlketten und Transportlogistik

Durch diese Maßnahmen soll nicht nur die eigene Klimabilanz verbessert, sondern ein Hebel für die gesamte Dental- und Gesundheitsbranche gesetzt werden.

Kritische Betrachtung: Grenzen von Spendenprogrammen und CO₂-Off-Setting

Obwohl Programme wie GKAS akute Versorgungslücken schließen, gibt es strukturelle Einschränkungen.

Herausforderungen von Spenden- und Screening-Initiativen

  • Punktuelle Spendenprogramme ersetzen keine flächendeckende gesetzliche Regelversorgung. Ehrenamtliche Aktionen fangen akute Notlagen ab, können jedoch langfristige Versorgungslücken für einkommensschwache Gruppen oder Menschen mit Behinderungen nicht dauerhaft schließen.
  • CO₂-Zertifikate stehen unter Greenwashing-Beobachtung. Zertifikate mindern reale Emissionen oft nur rechnerisch; echte Reduktion in Scope 3 ist entscheidend für glaubwürdige Klimaneutralität.

Diese Punkte verdeutlichen, dass neben kurzfristigen Hilfsaktionen langfristige systemische Reformen und echte Emissionsreduktionen notwendig sind.

Häufig gestellte Fragen zu Integration und Klimaschutz

Was versteht die Zahnmedizin unter „dental-medizinischer Integration“?Es beschreibt die systematische Verknüpfung zahnärztlicher Befunde mit der Allgemeinmedizin, da chronische Entzündungen im Mundraum (z. B. Parodontitis) eng mit systemischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden und Schwangerschaftskomplikationen wechselwirken.Welche Rolle spielt die zahnärztliche Lieferkette beim Klimaschutz?Rund 71 % der Emissionen des Gesundheitswesens entstehen entlang der Lieferkette durch energieintensive Produktion von Medizinprodukten, Kühlketten, Verpackungsabfälle und Transportlogistik.Wie finanziert sich die Initiative „Give Kids A Smile“?Das Programm der ADA Foundation stützt sich auf eine öffentlich-private Kooperation: Zahnärztliche Teams spenden ihre Arbeitszeit ehrenamtlich, während Unternehmen wie Henry Schein und weitere Industriepartner Instrumente, Füllungsmaterialien und Prophylaxe-Kits bereitstellen.

Fazit

Das 25-jährige Jubiläum von Henry Schein Cares markiert einen Meilenstein in der Verbindung von Gesundheitsförderung und ökologischer Verantwortung. Die epidemiologischen Daten zeigen, dass unbehandelte Munderkrankungen ein massives sozioökonomisches Problem darstellen – ein Problem, das durch Programme wie „Give Kids A Smile“ gezielt adressiert wird. Gleichzeitig verdeutlichen die Emissionszahlen, dass der Gesundheitssektor, insbesondere seine Lieferkette, ein bedeutender Treiber des Klimawandels ist. Henry Schein setzt mit klaren Netto-Null-Zielen, Investitionen in erneuerbare Energien und CO₂-Entnahmetechnologien ein starkes Signal für eine nachhaltige Zukunft. Dennoch bleiben strukturelle Herausforderungen: Spendenprogramme können die gesetzliche Grundversorgung nicht ersetzen, und CO₂-Zertifikate allein reichen nicht aus, um echte Klimaneutralität zu erreichen. Nur durch langfristige Systemreformen, verstärkte Prävention und echte Emissionsreduktionen kann die Vision einer gesunden Bevölkerung und eines gesunden Planeten verwirklicht werden.