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Kann man Schmerzen haben ohne darunter zu leiden?

Dies ist ein Gastbeitrag von Thomas Emde. Thomas Emde schreibt gerne über Erfolg, Motivation, Gesundheit und seine ganz persönlichen Erfahrungen. Viel Spaß beim lesen

Schmerzen

Das leidige Thema Schmerzen

Schmerzen haben ist einfach das Letzte. Sie sind einfach das Unangenehmste, das wir uns vorstellen können – egal, ob es sich um körperliche oder psychische Schmerzen handelt. Darum haben wir alle haben im Leben vor allem einen Wunsch: Schmerzen vermeiden und Wohlgefühl erreichen.

Doch so groß der Wunsch auch ist: Oft genug lassen sich Schmerzen einfach nicht vermeiden. Sie sind da – im einfachsten Fall in Form von Bauch- oder Kopfschmerzen. Weil dieser in der Regel wieder relativ schnell verschwinden, sind sie auf lange Sicht betrachtet vielleicht nicht wirklich. schlimm – aber kurzfristig betrachtet sind sie absolut unangenehm, nervig und bringen unseren Tag und unsere Arbeit durcheinander. Und wir wünschen uns natürlich, diese Schmerzen überwinden zu können.

Doch wie soll das gehen? Wie können wir Schmerzen überwinden, ohne dabei auf die Hilfe von Medikamenten zurückgreifen zu müssen?

Eine Möglichkeit, um Schmerzen zu überwinden und zu beseitigen, habe ich in meinem Philosophie-Studium gelernt, von einem meiner Professoren. Er war auf Logik spezialisiert und auch auf Buddhismus. So interessierte er sich also nicht nur für abstrakte Theme, sondern versuchte auch, , uns etwas für unser Leben mitzugeben, also einen praktischen Nutzen zu vermitteln.

Eines Tages sprachen wir über die buddhistische Philosophie, mit der er sich sehr intensiv beschäftige und in dem Zusammenhang sagte er einen Satz, der mich dazu brachte, wirklich nachzudenken:

„Es gibt Menschen, die große Schmerzen haben – aber sie leiden nicht darunter“.

Was für eine seltsame Aussage! Wie soll man bitteschön nicht darunter leiden, wenn man große Schmerzen hat? Der Schmerz wird doch erst durch das Leiden definiert, oder? Wenn ich nicht leide, kann ich auch keinen Schmerz empfinden. Also wie soll das bitteschön gehen?

Ich fragte natürlich damals meinen Professor, wie er das meinte und er bemühte sich auch, seine Aussage zu begründen. Doch so sehr er auch versuchte, mir den Satz zu erklären: Verstehen konnte ich weder den Satz noch seine Erklärungen dazu richtig.

Soviel verstand ich aber immerhin, und er selbst bestätigte es mir auch: Diese geheimnisvolle Aussage war nichts, das man so erklären konnte. Man musste es selbst erfahren. Das wollte ich ehrlich gesagt nicht, und trotzdem:

 

Ich sollte die Gelegenheit bekommen, Erfahrungen zu sammeln…

Einige Monate vergingen. Ich hatte schon die Aussage ganz vergessen, als ich eines Nachts von heftigen Magenschmerzen aufwachte. Ich hatte nichts Spezielles gegessen. Alles war wie immer. Und doch rissen sie mich schlagartig aus meinem wohligen Schlaf: Magenschmerzen, die so schlimm waren, dass ich nicht wusste, ob sie letztlich vom Magen, Rücken oder gar vom Herzen kamen. Ich dachte zuerst, dass ich einen Herzinfarkt hatte, bemerkte aber dann, dass es doch von den Magenkrämpfen kam.

Was sollte ich also in dieser Situation tun? Ich hatte schon seit vielen Jahren keine Magenprobleme mehr gehabt und natürlich auch keine Medikamente oder pflanzlichen Mittel im Haus. Das einzige „Hausmittel“ bestand darin, mich ruhig hinzulegen und zu hoffen, dass diese Krämpfe schnell wieder vorbeigehen würden und -falls das nicht der Fall war- einen Krankenwagen zu rufen.

Während ich so da lag, ging mir vieles durch den Kopf. Ich dachte mir:“ Na gut, Du hast diese Schmerzen. Versuche wenigstens etwas Positives daraus zu ziehen und zu schauen, ob Du kraft Deines Geistes etwas gegen diesen Schmerz tun kannst“ (und wenn Du Erfolgsspurt schon kennst, weißt Du, dass ich wirklich viel von der Kraft des Geistes halte J ). Also machte ich mich daran zu schauen, ob ich etwas dagegen tun kann. Doch wie geht man da vor?

 

Vier Schritte, die mir halfen, die Schmerzen zu ertragen

Zunächst versuchte ich es damit, mich zu fragen, was genau dieser Schmerz konkret ist. In einem ersten Schritt fragte ich also viel. Wie „fühle“ ich den Schmerz, wo steckt er, was macht er mit mir? Wie fühlt es sich an, ein „Brennen“ in der Magengegend zu haben?

Der zweite Schritt war, den Schmerz nicht nur zu untersuchen, sondern zu bewerten. Zu fragen: Was ist denn jetzt schlimm daran, diese Schmerzen zu verspüren? Was genau ist „das Schmerzhafte am Schmerz“? Ich erkannte in diesem Schritt, dass nicht ich der Schmerz war, sondern er nur etwas ist, das einem anhängt. Wie eine Fliege, die nervt, aber die man ignorieren kann.

Der dritte Schritt war es, mir bewusst zu machen, dass dieser Schmerz nur vorübergehend ist. Man ist nicht immer derselbe Mensch: Geisteszustände und Emotionen wechseln sich permanent ab. Und wenn man weiß, dass dieser Zustand auch ein Ende hat, wird er deutlich erträglicher.

Der vierte Schritt war, mich vom Schmerz zu lösen. Nachdem ich also für mich den Schmerz definiert und gesehen hatte, was für mich schlimm daran war, sagte ich mir: Wenn nicht ich der Schmerz bin und wenn dieser Schmerz nur etwas Äußerliches ist, dann muss ich mich damit nicht weiter befassen. Er kann so nebenher mitlaufen, aber ich muss nicht mehr unter ihm leiden, weil er mir kein Leid verursachen kann.

Ob Du es glaubst oder nicht: In dieser Nacht erhielt ich endlich eine Antwort auf die Frage, was mein Professor wohl gemeint hatte. Schon nach kurzer Zeit waren die Schmerzen zwar nicht weniger intensiv – dafür aber erträglich. Dadurch erlebte ich, dass ich sehr wohl Schmerzen haben kann, ohne unter ihnen „leiden“ zu müssen. Und das war eine Erfahrung, die mein Denken nachhaltig veränderte.

 

Fazit

Mir ging es in diesem Artikel darum, Dir zu zeigen, dass es meiner Erfahrung nach einen Weg gibt, der Dir helfen kann, mit Schmerzen umzugehen.

Verstehe bitte: Ich habe größten Respekt vor körperlichen Schmerzen und Krankheit will sicherlich nicht behaupten, dass ich irgendein Allheilmittel gegen Schmerzen gefunden habe, oder dass Du nie mehr unter Schmerzen leiden musst oder irgendeinen anderen Quatsch.

Ich weiß, dass es Menschen gibt, die größte Schmerzen haben und es wäre schlicht unverschämt ihnen gegenüber, wenn ausgerechnet ich ihnen einen Ratschlag geben würde, der ich gerade mal irgendwann ein paar Magenkrämpfe hatte, die sich gegen ihre Schmerzen lächerlich ausnehmen.

Ich wollte Dir aber eine Erfahrung mitteilen, die mir selbst geholfen hat. Vielleicht ist es Dir auch nützlich, wenn Du eines Tages mal in derselben Situation bist.

Neu ist meine Erfahrung im Übrigen auch nicht: Praktizierende Buddhisten gehen seit Jahrtausenden mit den Problemen auf eine ähnliche Art und Weise um. Und um buddhistische Philosophie ging es auch in jenem Seminar, in dem mein Professor diese Satz sagte: „Es gibt Menschen, die große Schmerzen haben, ohne unter ihnen zu leiden“.

Wie gehst Du mit Schmerzen um? Denkst Du, dass man Schmerzen haben kann, ohne unter ihnen leiden zu müssen? Oder bist Du der Ansicht, dass das nicht funktioniert und Schmerzen immer sehr leidvoll sind? Und hast Du eine eigene Methode gefunden, um mit Schmerzen umzugehen? Ich freue mich auf jeden Fall über Deine Antwort!

 

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